Berlin : Supermarkt von Flammen verwüstet

Obwohl 120 Feuerwehrleute im Einsatz waren, brannte die Lidl-Filiale in Pankow aus Die Ermittler gehen von Brandstiftung aus

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Es blieb nichts mehr übrig, die Flammen schossen meterhoch in den Himmel. Ein Supermarkt der LidlKette brannte in der Nacht zu Dienstag in Pankow vollständig aus, und zwar in rasender Geschwindigkeit. Die Polizei geht von Brandstiftung aus. Das Feuer entstand in einem Thermobehälter, der vor dem Neubau an der Blankenfelder Straße stand.

Innerhalb von Minuten griffen die Flammen auf den Dachstuhl über, damit war das Schicksal des Gebäudes besiegelt. Denn in der reinen Holzkonstruktion konnten sich die Flammen ungehindert ausbreiten, weitere Minuten später begann das Dach dann Stück für Stück einzustürzen. Der mit 2400 Quadratmetern Grundfläche riesige Markt war nicht mehr zu retten, gelöscht werden konnte nur von außen. Die 120 Feuerwehrleute hatten Mühe, ein Übergreifen der Flammen auf den nur drei Meter entfernt stehenden Straßenbahnhof Niederschönhausen zu verhindern. Die 1901 gebaute, denkmalgeschützte Halle wird seit Jahren von der BVG als Museumsdepot genutzt. Eine Zivilstreife des Polizeiabschnitts 18 hatte den Qualm gegen 22.40 Uhr entdeckt und die Feuerwehr alarmiert. Als die eintraf, brannte es bereits im Dachstuhl. Die Kripo hat die Ermittlungen übernommen, für ein politisches Motiv gebe es keinerlei Anhaltspunkte, hieß es.

Der Thermobehälter – eine Art große Thermoskanne – dient zum Kühlen angelieferter Ware, er benötigt keinen Strom- oder Gasanschluss, ein technischer Defekt scheidet also aus. Ob die Brandstifter beabsichtigten den ganzen Markt anzustecken oder nur ein wenig an dem Waren-Container zündeln wollten, ist unklar. Die Feuerwehr war bis gestern Mittag im Einsatz, weil immer wieder Brandnester aufflackerten. Die Blankenfelder Straße, gleichzeitig Bundesstraße 96, war bis 9 Uhr morgens gesperrt. Der Schaden geht in die Millionen, da der Warenbestand vollständig vernichtet ist.

Der Holzdachstuhl ist nach Feuerwehrangaben bei Lidl-Märkten Baustandard. An einen derartig schnell niedergebrannten Supermarkt kann sich Feuerwehrsprecher Wolfgang Rowenhagen nicht erinnern. Von der Firma Lidl war keine Stellungnahme zu erhalten. „Zum Glück waren keine Menschenleben in Gefahr“, sagte Rowenhagen, ein Feuerwehrmann verletzte sich bei den Löscharbeiten am Knie. Ha

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