Berlin : Superstare

Bernd Matthies

über den Nutzen der Vögel für das Ansehen Berlins Der Witz am Berliner ist: Er macht immer gleich irgendwas. Mal richtig, mal falsch, aber er macht. Vermutlich ist es diese Eigenschaft, die immer mehr Touristen in die Stadt zieht; irgendwas ist hier immer. Wie es geht, sehen wir bei den Staren auf der Museumsinsel und im Köllnischen Park. Die sonst meist nur krätschenden Vögel tun sich dort damit hervor, dass sie Handyklingeln und Autohupen nachmachen.

Anderswo würden die Leute sagen: Komisch, nicht wahr? In Berlin wird gleich ein Symposium draus – und alle machen mit, von Verhaltensforschern und Musikwissenschaftlern bis zu den staatlichen Museen und der Staatsoper. Gewiss: Der Titel „Ästhetische Analogien des Vogelgesangs“ klingt ein wenig zu sehr nach Ärztekongress, aber andere Varianten wie „Star Search“ sind ja leider schon verbraucht. Doch es wird reichen, um Aufmerksamkeit zu schaffen, bevor dann bald eventuell die Krähen Gegenstand eines weiteren Kongresses werden.

Aber erst einmal müssen die Stare ausgereizt werden. „Berlin sucht den Superstar“ – das wäre ein Thema mit Breitenwirkung. Wozu brauchen wir Stars, wenn wir Stare haben?

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