Berlin : Superstars im Strandbad

Die Ferien mit Ricky Martin, Sarah Connor und Atomic Kitten ausklingen lassen – 30000 Gäste kamen am Sonntag zum Wannsee

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Wer sagt eigentlich, dass OpenAir-Konzerte immer in der Waldbühne oder im Park stattfinden müssen? Der Radiosender Energy103,4 jedenfalls hat gezeigt, dass es auch im Strandbad Wannsee geht. Am Sonntag, dem Tag, bevor die Schule in Berlin wieder beginnt, hat der Sender Stars wie Ricky Martin, Sarah Connor und die Band Atomic Kitten auf zwei Lastkähne auf dem See gebeten, um hier zusammen mit anderen Künstlern und Bands das Sommer-Festival „NRJ in the Park 2003“ zu feiern.

Bei strahlendem Sonnenschein bevölkerten viele Konzertgäste schon Stunden vor Konzertbeginn den Strand, räkelten sich in der Sonne oder tobten im Wasser. Viele Gäste brachten gleich die ganze Familie mit, wie Marco Feist und Roger Horn. Sieben Erwachsene und drei Kinder ist die Gruppe groß, die es sich mit Drinks aus der Kühlbox, Leberwurst-Stullen und Joghurts gut gehen lässt. „Morgen muss ich wieder arbeiten, da ist das doch ein schöner Abschluss“, sagt Feist, der Finanzbeamter ist. Auch als schon die ersten Stars auf der Bühne rocken, lässt sich die gemütlich im Sand liegende Gruppe nicht aus der Ruhe bringen .

Draußen vor dem Bad gab es jedoch viele Gäste, die sich den Tag ganz anders vorgestellt haben. Sie wussten nicht, dass das Bad für Gäste, die keine der rund 30 000 Konzertkarten ergattert hatten, am Sonntag geschlossen war. Doch statt böser Worte gab es viel Verständnis. Michael Vogt und seine Freunde zum Beispiel, die im Mercedes-Cabrio schon am Wannseebadweg von der Sicherheits-Leuten gestoppt wurde, beschlossen stattdessen: „Dann fahren wir eben zum S-Bahnhof Wannsee und leihen uns dort ein Boot.“ Andere entschlossen sich spontan zum Bleiben – denn als Entschädigung für den gescheiterten Badeausflug verteilten die Veranstalter großzügig übriggebliebene Konzertkarten. Petra Senk aus Sangershausen in Thüringen nahm das Konzert als krönenden Abschluss ihres einwöchigen Berlin-Urlaubs, den sie zusammen mit Julia (9) und Christian (14) verbracht hatte.

Während die meisten Gäste in Sommer- oder Badeklamotten zum Konzert kamen, hatten sich zwei Gäste etwas mehr Gedanken um ihre Garderobe gemacht. Alisa Sommerfeld und Marisa Morawietz hatten beim Tagesspiegel ein „Meet and Greet“ mit den Frauen von „Atomic Kitten“ gewonnen. Im geblümten Top und im schwarzen Shirt und Cargo-Hosen saßen sie dann um kurz nach vier gemeinsam mit acht weiteren Fans Liz, Jenny und Natasha gegenüber, die alle einzeln mit Küsschen begrüßten und geduldig die mitgebrachten Poster und CDs signierten. „Das schönste ist, dass wir alleine mit ihnen fotografiert wurden“, sagte die 15-jährige Marisa nach dem Treffen. Am Tag nach dem Konzert, wenn die Stars schon weiter gejettet sind, geht für sie die Schule wieder los – besser kann man die Ferien nicht abschließen. ase

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