Berlin : Sushi statt Eisbein im früheren "Hardtke"

CD

Der heruntergekommene Altbau Meineketraße 27, bekannt als früherer Sitz des Traditionslokals Hardtke, wird jetzt modernisiert. Das Bezirksamt hat die Baugenehmigung erteilt, wie Baustadtrat Alexander Straßmeir (CDU) auf Anfrage sagte. Ursprünglich hatte die Eigentümerfirma Helios den Abriss beantragt, doch das lehnte der Bauausschuss der Bezirksverordneten-Versammmlung unter Berufung auf die so genannte Erhaltungssatzung für den Kurfürstendamm und Umgebung ab. Das Gebäude liegt nur einen Steinwurf von dem Boulevard entfernt.

Zum Thema Newsticker: Aktuelle Meldungen aus Berlin und Brandenburg Die Fassade wurde bereits für eine geplante "Kunst am Bau"-Aktion eingerüstet. Die eigentlichen Bauarbeiten sollen im ersten Quartal des kommenden Jahres beginnen und bis Ende 2002 beendet sein.

"Ausdrückliches Lob" spendet Straßmeir dafür, dass die früheren Hardtke-Räume im Erdgeschoss wieder gastronomisch genutzt werden sollen. Nach vielen Restaurantschließungen am Kurfürstendamm sei dies nun wieder ein positives Signal. Helios-Geschäftsführer Christian Greiff möchte zwei japanische Restaurants mit Sushi-Angeboten ansiedeln. Noch sind die Verhandlungen mit Interessenten allerdings nicht abgeschlossen.

Das Restaurant Hardtke mit seiner traditionell deutschen Speisekarte hatte im Vorjahr schließen müssen, nachdem der Wirt die Miete mindestens 18 Monate lang schuldig geblieben war (das zweite Hardtke-Lokal an der Hubertusallee in Grunewald blieb geöffnet). Jetzt will die Firma Helios 15 Millionen Mark investieren. Außer den Lokalen soll es drei Wohnungen und fünf bis acht Büros geben. Stadtrat Straßmeir nennt es einen "großen Erfolg, dass wir uns darauf geeinigt haben". Den vom Bezirk gewünschten Wohnanteil hätte man sonst kaum durchsetzen können, weil es sich baurechtlich um ein "Kerngebiet" für Gewerbe handele.

Zwei Mieter hatten lange ihren Auszug verweigert. Einer einigte sich nun doch mit dem Vermieter auf eine finanzielle Entschädigung und räumte seine Wohnung. Eine Frau ließ sich dagegen nicht umstimmen. Laut Straßmeir muss "um sie herum gebaut werden".

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