Berlin : Sushi und Riesling Seite an Seite

Bernd Matthies

Nichts macht deutsche Winzer glücklicher als Sonne im Herbst. Vermutlich herrschte deshalb so freundliche Stimmung, als die Abgesandten des Verbandes Deutscher Prädikatsweingüter (VDP) am Sonntagvormittag ihre besten Flaschen der Jahrgänge 2003 und 2004 öffneten und zunächst Fachbesucher und dann auch weinbegeisterte Amateure mit deren Inhalt vertraut machten. Die „GutsWein“ im Forum von Daimler-Chrysler am Potsdamer Platz ist längst zum festen Bestandteil des Berliner Veranstaltungskalenders geworden – und sie zog auch diesmal wieder zahlreiche Besucher an.

Die Voraussetzungen sind günstig. Der problematische, von viel Sonne und wenig Säure geprägte Weißweinjahrgang 2003 ist in den Hintergrund verdrängt; 2004 hat vor allem bei den international am höchsten geschätzten Rieslingweinen eine Fülle von Spitzenqualitäten klassischen Zuschnitts gebracht, die vor allem auch in der Gastronomie dringend gebraucht werden. Und für Rotweine war die Sonne des voreilig als „Jahrhundertjahrgang“ hochgejubelten Jahres 2003 offenbar tatsächlich ein Segen, soweit sich das aus den beeindruckenden Proben der rund hundert in Berlin anwesenden Winzer beurteilen lässt.

Für den VDP und seinen Präsidenten Michael Prinz zu Salm-Salm ist die „GutsWein“ im September stets der Anlass, internationale Kontakte zu knüpfen und aufzufrischen. Das Galamenü im Brandenburger Hof am Sonnabend stand deshalb im Zeichen Japans, das zwar selbst kaum Weine produziert, aber als Abnehmer internationaler Spitzenqualitäten eine Größe ist.

Botschafter Yushu Takashima gab persönlich seinen diplomatischen Segen, und der in Japan lebende Weinautor und -händler Kazuo Hoshino erhielt die goldene Ehrennadel des VDP; er hat viel für die Popularität deutscher Weine in Japan getan. Er revanchierte sich am Sonntagabend, indem er kundig durch eine Veranstaltung mit dem Besten aus beiden Kulturen führte: Sushi und Riesling.

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