Berlin : Sympathisanten der rechten Szene horteten Waffen

Bei Durchsuchungen am Donnerstagabend hat die Polizei insgesamt ein Dutzend Gewehre und Pistolen in drei verschiedenen Wohnungen in Niederschönhausen, Pankow und Spandau gefunden. Drei Männer - 43, 46 und 51 Jahre - wurden vorläufig festgenommen. Sie stehen laut einem Ermittler der rechten Szene nahe, ohne dort organisiert zu sein. Es seien keine bekannten Neonazis, hieß es. Der 46-Jährige allerdings ist bereits wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen bei der Polizei bekannt. Da sich einer der Tatverdächtigen im offenen Vollzug befindet, wurde auch seine Gefängniszelle an der Kisselnallee durchsucht – allerdings wurde dort nichts gefunden.

Die Polizei untersucht nun die beschlagnahmten Waffen auf ihre Schussfähigkeit. Auch werde geprüft, ob die Männer damit Handel trieben und warum sie die erlaubnispflichtigen Waffen in ihren Wohnungen lagerten. Woher die Gewehre und Pistolen stammen, sei ebenfalls noch unklar. Darüber hinaus fanden die Polizisten diverse Teile aus auseinandergebauten Waffen, Munition, eine Übungshandgranate sowie mehrere Schlag- und Stichwaffen.

Bei dem Einsatz hat der Staatsschutz auch Spezialkräfte eingebunden, „weil bei mutmaßlichen Waffennarren immer auch von einer Gefahr ausgegangen werden muss“, sagte ein Ermittler. Die drei Männer wurden nach der vorläufigen Festnahme zunächst entlassen. Die Ermittlungen dauerten an, hieß es im Präsidium. Nach Polizeiangaben wird nun die Justiz prüfen, ob der im offenen Vollzug sitzende Tatverdächtige in eine geschlossene JVA verlegt wird. In Berlin gibt es 900 Plätze im offenen Vollzug. Häftlinge dort können tagsüber ihrer Arbeit nachgehen, müssen nur nachts in die Zelle. Kontrolliert werden sie beim Betreten und Verlassen der JVA nicht. tabu/Ha

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