Berlin : Täglich Stau – doch es tut sich nichts auf der Baustelle

Die Arbeiten an der Warschauer Brücke gehen erst nach dem nächsten Gutachten weiter

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Tausende von Autofahrern stecken derzeit täglich an der Warschauer Brücke in Friedrichshain im Stau. Wegen einer Baustelle – aber hinter der Absperrung tut sich nichts. Bauarbeiter sind nicht zu sehen und das ist Absicht. Dabei hätten die Arbeiten längst beendet sein sollen.

Am 28. Juli wurde auf der Warschauer Brücke pro Richtung je eine Spur gesperrt. Die, auf der die Straßenbahngleise verlaufen, die man sanieren muss. Dabei wurden die erst vor drei Jahren eingebaut. Der Asphalt ist bereits entfernt worden, und die Gleise der Straßenbahn sind freigelegt. Doch nun wurden die Arbeiten gestoppt. Denn die Schäden an den Gleisen sind größer als angenommen. Bevor die Arbeiten weitergehen, muss nun ein Gutachter feststellen, wer diese Mängel zu verantworten hat. Nach Angaben der Stadtentwicklungsverwaltung hatte es im Gleisbereich Risse im Asphalt gegeben. Bei der Reparatur habe man festgestellt, dass die Schäden an der Gleisbefestigung erheblich größer waren als man zuerst dachte. Weil der eingeschaltete Gutachter regelmäßig an Ort und Stelle Messungen an den freigelegten Gleisen vornehmen müsse, habe man den entfernten Fahrbahnbelag auch nicht provisorisch bis zum Ende der Untersuchungen wieder herstellen können, sagte die Sprecherin der Verwaltung, Petra Rohland. So bleiben die Fahrbahn aufgerissen, der Baustellenbereich abgesperrt, und die Autos stecken im Stau. Erst wenn der Gutachter seinen Bericht vorgelegt hat, werden auch wieder die Bauarbeiter anrücken.

Erst Ende Oktober soll es nach dem derzeitigen Terminplan wieder zwei Spuren für den Autoverkehr geben. Dabei gehört die Warschauer Straße im Verkehrskonzept des Senats zum Ring, auf dem Autofahrer, die nicht in die Innenstadt wollen, das Zentrum umfahren sollen. Gerade auf dem – noch nicht kompletten – Ring solI es deshalb eigentlich zügig vorangehen. Immerhin kann aber die Straßenbahn die Baustelle weiter passieren.

Reparaturen an neuen Gleisanlagen der Straßenbahn sind nichts Neues. Auch auf dem Alexanderplatz mussten im vergangenen Jahr die Anlagen der erst 1998 eröffneten Strecke saniert werden. Gebaut worden war in der Frostperiode, damit die Verbindung wie geplant im Dezember in Betrieb genommen werden konnte. kt

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