Berlin : Täter gehen immer gleich vor - Gitter werden mit einem Auto herausgerissen

Werner Schmidt

Fünf "Blitz-Einbrüche" gehen in diesem Jahr bereits auf das Konto einer Bande in Berlin; allein zwei verübten sie, wie berichtet, am vergangenen Wochenende. Der Wert der Beute allein aus den Einbrüchen bei Foto-Kino Kundt am Kurfürstendamm und bei Klinke an der Friedrichstraße beläuft sich auf deutlich über 200 000 Mark. Nach Einschätzung der Polizei könnte es sich um Täter aus Osteuropa handeln, die für ihre brachiale Gewalt bei Einbrüchen bekannt sind. Sie haben sich offenbar auf Fotogeschäfte spezialisiert.

Bereits im Juli dieses Jahres wollten die Täter Klinke an der Friedrichstraße plündern. Allerdings blieb es bei dem Versuch. Zuvor waren sie bereits Ende Mai wiederum bei Klinke, dieses Mal aber an der Augsburger Straße, eingedrungen. Dasselbe Ziel hatten sie ein weiteres Mal Anfang November. Dabei gingen sie immer nach derselben Methode vor: An einem gestohlenen Auto befestigten sie ein stabiles Drahtseil, mit dem sie die Schutzgitter vor den Fenstern herausrissen. Dann zertrümmerten sie mit einem Vorschlaghammer die Scheiben oder fuhren direkt in den Laden, räumten blitzschnell aus und waren schon verschwunden, wenn die Polizei eintraf. Dabei lagen zwischen Flucht und Eintreffen der Beamten oftmals nur wenige Sekunden.

Die bei den Einbrüchen am Wochenende verwendeten Autos waren am Freitag gestohlen worden: Ein BMW der 7er-Reihe an der Straße des 17. Juni in Höhe der Technischen Universität und ein Mercedes, der an der Belziger Straße in Schöneberg geparkt worden war. Zum Herausreißen der Gitter verwendeten sie industriell gefertigtes Drahtseil, wie es normalerweise auf Baustellen verwendet wird. Entweder wurden die Seile bei einem Baustelleneinbruch entwendet, oder die Täter arbeiten auf dem Bau, vermutet die Polizei.

Die Kripo setzt ihre Hoffnung bei den weiteren Ermittlungen auf morgendliche Zeugen wie Taxifahrer, Busfahrer oder Hundehalter, die möglicherweise gesehen haben, wie die Täter Sonntag früh gegen 5 Uhr an der Zähringer Straße in Wilmersdorf den BMW verließen und mit ihrer Beute in ein bereitgestelltes zweites Fluchtfahrzeug stiegen. Nach dem Einbruch bei Klinke flohen die Täter Sonnabendfrüh mit dem Mercedes Richtung Wilhelmstraße und wechselten ebefalls gegen 5 Uhr an der Zimmerstraße den Fluchtwagen.

Ihre Beute schlagen sie vermutlich in Osteuropa los. Dort fänden sie auch Käufer für die bei Klinke gestohlenen Hasselblad-Kameras, meinen die Ermittler - und sei es nur als Tauschobjekt für andere Dienste.

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