Berlin : Tag der Seemannslieder

Am Brandenburger Tor laufen die letzten Vorbereitungen für die Feier zur Deutschen Einheit

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Drei Tage lang wird am Brandenburger Tor der Tag der Deutschen Einheit gefeiert. Zum Auftakt spielte gestern Nachmittag zumindest schon mal die Sonne mit. Punkt 15 Uhr ließ sie das Areal um das Berliner Wahrzeichen hell erstrahlen.

Auf dem Pariser Platz hatte ein Leierkastenmann zunächst Mühe, mit seinen Melodien gegen den SoundCheck auf der Westseite des Tors anzukommen. Auf der Ostseite gab es ansonsten noch nicht viel Festliches – Velotaxis warteten auf touristische Kundschaft und ein einsamer junger Mann demonstrierte mit einem Plakat für „Mehr Vielfalt statt Deutschquote im Radio“. Von der anderen Seite des Tores leuchtete ein weißes Spruchband herüber. „Herzlich willkommen“ lockte es mit großen Buchstaben vom Westteil in den Ostteil – das Band trennte das Festareal auf dem Platz des 18. März hinter dem Brandenburger Tor.

Vor dem Tor ist eine große Bühne aufgebaut, auf der am gestrigen Nachmittag mit „one, two, September, Oktober“ unablässig die Band „The Clogs“ ihren Auftritt vorbereitete. Veranstaltet wird die gesamte Feier von der Agentur „Compact Team“, die schon für die Eröffnungsparty des Olympiastadions vor zwei Monaten verantwortlich war – damals wurde die Agentur wegen der Kleinteiligkeit und Langatmigkeit kritisiert.

An den Ständen der Festmeile, die weit hinten zur Siegessäule ein 38 Meter hohes Riesenrad abschliesst, gibt es seit gestern das, was es in Berlin immer gibt, wenn auf der Straße gefeiert wird: Berlinisch und asiatisch Gebrutzeltes ohne Ende; unter den flüssigen Angeboten war Berliner Kindl mit 2 Euro 50 recht preiswert. Weniger Cocktails wie „Sex on the Beach“ für 6 Euro und „Hurricane“ für 7 Euro. Warme Jacken für den bevorstehenden Winter gab es auch zu kaufen. Auf der Vorderfront kann man dabei „Che“ spazieren tragen. Mützen, Brezeln, Alabasterengel gehörten auch zum Angebot beim Straßenfest zum Tag der Deutschen Einheit.

Die Zahl der Festgäste war zunächst übersichtlich, zum Abend hin sollte sich das bessern. Wenn nämlich die ersten musikalischen Festgenüsse serviert werden – der Shantychor Berlin hatte sich angesagt mit einigen Seemannsliedern. Wer am Stand von „berlinomat“ ein T-Shirt kauft, macht dabei wirklich was für die Deutsche Einheit. Je verkauftem Shirt sollen 5 Euro für den Wiederaufbau der in Weimar ausgebrannten Anna-Amalia-Bibliothek gespendet werden. Da können sich die Thüringer freuen, mit deren Spezialität wieder Schindluder getrieben wurde, wenn man sah, was da alles so unter dem Namen Thüringer Rostbratwurst in der Pfanne lag. hema

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