Berlin : "Tag des Ausbildungsplatzes": Koffer packen für den neuen Job

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Aus der Traum: Die jungen Berliner wollten als Kfz-Mechaniker arbeiten, den Lebensunterhalt als Bankkauffrau oder Tischler verdienen. Die Lehrjahre sind überstanden, die Zeugnisse können sich sehen lassen, die Jugendlichen fühlen sich fit für den Job - und werden doch nicht von ihrem Arbeitgeber übernommen. Zehntausende Berliner unter 25 Jahren haben keine Anstellung - die Arbeitslosigkeit unter Jüngeren ist nirgends in Deutschland so hoch wie in Berlin. Um Jugendlichen mit Berufsqualifikation, aber ohne feste Stelle wieder eine Perspektive zu eröffnen, starten die Arbeitsämter heute einen "Tag des Ausbildungsplatzes".

Mitarbeiter des Landesarbeitsamtes besuchen kleine Familienbetriebe, aber auch Großunternehmen, um Lehrstellen - und Arbeitsplätze - zu akquirieren, teilte die Bundesanstalt für Arbeit mit. Die Werbungs-Visiten finden innerhalb der bundesweiten so genannten Vermittlungsoffensive "Jobs für Junge - Junge für Jobs" statt. Die Arbeitsämter werden auch bei Vorstandsbüros und Personalabteilungen außerhalb Berlins vorstellig. "Während bei uns viele junge Leute ohne Job dastehen, beklagen andere Regionen einen wachsenden Fachkäftemangel", sagte Klaus Clausnitzer, Präsident des Landesarbeitsamtes Berlin-Brandenburg. Vermittlungs-Bemühungen vergangener Jahre waren bereits erfolgreich: Im Jahr 2000 unterschrieben 1300 junge Berliner und Brandenburger einen Arbeitsvertrag außerhalb der Landesgrenzen, 950 fanden infolge der Arbeitsamtakquise eine Anstellung in Brandenburg, 350 in Berlin. Ende Mai 2001 waren insgesamt 29 600 Berliner und 24 500 Brandenburger unter 25 Jahren arbeitslos, damit liegt die Arbeitslosenquote bei 17,5 beziehungsweise 14 Prozent. Im Mai diesen Jahres standen 1000 Jugendliche mehr auf der Straße als im Mai 2000, aber 10 700 mehr als 1999. Klaus Clausnitzer: "In den nächsten Monaten werden es zum Ende des Schul- und Ausbildungsjahres noch einmal deutlich mehr." Um "regional mobilen jungen Menschen" zu helfen, übernehmen die Arbeitsämter etwa Bewerbungskosten und die Fahrkarten zu Vorstellungsgesprächen. Wer sich letztlich von Freunden verabschiedet und Kisten packt, erhält auch Zuschüsse für den Umzug von Berlin nach München, Stuttgart oder Freiburg.

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