Berlin : Tag ein, Tag aus

Werner van Bebber

legt sich tageweise ein neues Politikverständnis zu Bestimmt ist der Eindruck falsch, dass Politik immer mehr mit Verkaufen und immer weniger mit Entscheiden zu tun hat. Was aber soll man denken, wenn an einem ganz normalen Montag drei von vier Meldungen des Landespressedienstes so genannte „Tage“ ankündigen: Der 1. Jugendverbraucherschutztag wird am kommenden Mittwoch veranstaltet. Am Montag darauf gibt es den Berliner Integrationstag zur Weiterentwicklung der Integrationspolitik in den Kiezen. Drei Tage später findet der 1. Qualitätstag Berlin-Brandenburg statt. Jeder weiß, wie wichtig Kommunikation und Information heute sind. Nicht bloß, weil wir in einer Kommunikations- und Informationsgesellschaft leben und Berlin nur eine Zukunft als Kommunikations- und Informationsmetropole zwischen Ost und West hat. Man findet sich sonst auch nicht mehr zurecht. Und bestimmt ist es sinnvoll, mit Jugendlichen mal über ihr Konsumverhalten zu sprechen. Ebenso vernünftig ist der Integrationstag. An dem sollen alle, die mit Integration zu tun haben, in Workshops „gemeinsam Handlungsvorschläge für die Berliner Integrations- und Migrationspolitik erarbeiten“, so die Einladung. Und beim Qualitätstag werden alle Fragen des Qualitätsmanagements erörtert. Man fragt sich bloß, wie die Leute früher ohne solche Tage ausgekommen sind.

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