Tag gegen Homophobie : Knutsch-Marathon für mehr Toleranz

Mehr Verständnis und weniger Gewalt gegenüber Homosexuellen - das ist das Ziel des Internationalen Tages gegen Homophobie. Lippenbekenntnisse der Besonderen Art sollen für mehr Toleranz werben: Bei einem Kussmarathon.

Knutschen Foto: ddp
Küssen für mehr Toleranz. Am Internationalen Tag gegen Homophobie gab es in Berlin einen Knutsch-Marathon. -Foto: ddp

BerlinZum Internationalen Tag gegen Homophobie am Samstag gab es auch in Berlin Aktionen: Das schwule Anti-Gewalt-Projekt "Maneo" rief zu einem Kussmarathon auf. Unter dem Motto "protect every kiss" sollte auf die anhaltende Diskriminierung, Ausgrenzung und Gewalt gegen Schwule aufmerksam gemacht werden, wie ein Sprecher von Maneo sagte.

Aufruf zum "Dauer-Knutschen"

Homo- und heterosexuelle Paare waren zum "öffentlichen Knutschen" am S-Bahnhof Frankfurter Allee und vor dem Neuköllner Rathaus aufgerufen. Nach Informationen des Veranstalters beteiligten sich rund 150 schwule, lesbische und heterosexuelle Küsser an der Aktion. Im Schöneberger Rathaus wurde zudem auf einer Konferenz über Möglichkeiten diskutiert, Schwule besser vor Gewalt zu schützen.

Die Politik wurde zudem zu mehr Unterstützung im Kampf gegen schwulenfeindliche Gewalt aufgerufen. Projektleiter Bastian Finke verlangte eine angemessene finanzielle Ausstattung von schwulen und lesbischen Anti-Gewalt-Projekten sowie professionelle Ansprechpartner bei den Behörden, insbesondere bei der Polizei. Maneo betreibt das sogenannte "schwule Überfalltelefon", bei dem sich Opfer von Gewalt melden können.

Der Senat wirbt für mehr Respekt gegenüber Homosexuellen

Sozialsenatorin Heidi Knake-Werner (Linke) wies am Samstag darauf hin, dass Lesben und Schwule "alltäglich mit Vorurteilen zu kämpfen haben" und immer noch zu oft diskriminiert würden. Wie Knake-Werner mitteilte, wirbt der Senat darum in diesem Jahr vor allem bei zugewanderten Familien für mehr Respekt gegenüber Homosexuellen. Untersuchungen hätten gezeigt, dass "feindliche Einstellungen" gegenüber Homosexuellen auch bei jungen Menschen noch häufig seien. Bei Jugendlichen aus Zuwandererfamilien verstärkten gesellschaftliche Ausgrenzung und eine starke religiöse Orientierung diese Ablehnung. Der Senat fördere deshalb gezielt Projekte wie Gladt (Gays & Lesbians aus der Türkei) und den Verein ABqueer, der zu lesbischen, schwulen und bisexuellen Lebensweisen aufklärt und berät.

Der Internationale Tag gegen Homophobie wurde auf den Tag gelegt, an dem die Generalversammlung der Weltgesundheitsorganisation WHO 1990 beschloss, Homosexualität von der Liste psychischer Krankheiten zu streichen. (kda/ddp)

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