Berlin : Tage des Donners über Tempelhof

Beim heutigen Red Bull Air Race wird es laut – das Flugprogramm beginnt gegen 12 Uhr

Rainer W. During

Bereits während der Trainingsflüge zum Red Bull Air Race auf dem Flughafen Tempelhof haben sich viele Anwohner wegen des Lärms beschwert. In den bezirklichen Rathäusern und bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung klingelten am Freitag dauernd die Telefone. Die Einhaltung der genehmigten Grenzwerte wird ständig überwacht, so die Luftfahrtbehörde. Überschreitungen wurden nicht festgestellt, die zulässige Höchstmarke von 99 Dezibel jedoch fast erreicht. „Wir haben die Anwohner mit einem Rundschreiben informiert und bitten um Verständnis“, sagte Red- Bull-Sprecherin Claudia Memminger. Zum heutigen Luftrennen werden bis zu 300 000 Besucher erwartet.

Beim genehmigten Höchstwert hat sich die Luftfahrtbehörde an der ILA in Schönefeld orientiert. Dort dürfen im Gegensatz zu Tempelhof auch militärische Kampfflugzeuge starten. Der Berliner Teilnehmer Klaus Schrodt hatte die Grenzwerte bei seinen Testflügen noch deutlich unterschritten. Gestern, unter Wettbewerbsbedingungen, sah das anders aus. Die Grünen hatten bereits bei der Ankündigung der Veranstaltung protestiert. Der Senat dagegen genehmigte das Rennen. Wegen der internationalen Werbewirksamkeit reißen sich Metropolen weltweit darum, eine Station der „Formel 1 der Luftfahrt“ zu werden. Auch in anderen Städten wie Budapest oder Rotterdam wird im Zentrum geflogen.

Für das Luftrennen gelten strenge Sicherheitsauflagen. Nur bei Start und Landung verlassen die Rennmaschinen für eine Warteschleife das Airportgelände. Dort müssen sich die Teilnehmer so verhalten, wie alle anderen Piloten, die Tempelhof ansteuern, hieß es bei der Behörde. Der Rennkurs, der mit bis zu 400 Stundenkilometern geflogen wird, liegt innerhalb der Flughafengrenzen und deutlich versetzt zum Publikum. Die zu durchfliegenden, 10 bis 14 Meter breiten Air Gates werden von 18 Meter hohen Pylonen gebildet. Sie bestehen aus Spinnaker-Material, das bei einer Kollision sofort reißt.

Bei der gestrigen Qualifikation landete Klaus Schrodt, dessen neue, leichtere Maschine nicht rechtzeitig startklar wurde, auf dem fünften Platz. Von Tempelhof ist nicht nur der Berliner begeistert. „Wir starten an einem Platz der Weltgeschichte“, sagt der Vorjahres-Weltmeister Mike Mangold aus den USA. Sorgen bereitet den Piloten das Wetter. Weht der Wind mit mehr als 50 Stundenkilometern, biegen sich die Pylone. Bei starkem Seitenwind müssen die Piloten extrem gegensteuern, um die Tore zu treffen.

Einlass vom Tempelhofer Damm und von der Oderstraße ist heute ab 9 Uhr. Das Flugprogramm des Flying Bulls mit diversen Oldtimern beginnt um 12.10 Uhr. Der erste der beiden Durchgänge des Air Race startet um 14.30 Uhr. Bei schlechtem Wetter gibt es einen alternativen Termin um 17.30 Uhr. Besucher sollten U- oder S-Bahn benutzen, denn Parkplätze stehen nicht zur Verfügung. Der Tempelhofer Damm wird bereits ab 8 Uhr zwischen Platz der Luftbrücke und S-Bahnhof Tempelhof gesperrt, ein Teilstück der Stadtautobahn während des Rennens.

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