Berlin : Tagelang ging nichts mehr

-

Es droht ein bis dahin unbekanntes Verkehrschaos: Vom 27. April bis zum 7. Mai streikt der öffentliche Dienst mit rund 400 000 Beschäftigen für mehr Geld, auch BVGMitarbeiter machen mit. Busse und Bahnen stehen nur im Westteil still – allerdings nicht während der gesamten elf Tage. Privatfirmen übernehmen vorübergehend etwa 100 Buslinien. Der Senat fordert die Berliner auf, Fahrgemeinschaften zu gründen. Der Appell bleibt weitgehend unbeachtet. Die Polizei meint, die Stadt sei nach dem Mauerfall verstopfter gewesen. SEPTEMBER 1995

Am 29. September legen BVG-Beschäftige spontan ihre Arbeit nieder, um gegen den geplanten Abbau von fast 5000 Arbeitsplätzen innerhalb von fünf Jahren zu protestieren. Busse und Straßenbahnen stehen von Betriebsbeginn bis 9.30 Uhr still. Die S-Bahn kann dafür in den Morgenstunden 150 000 Fahrgäste mehr befördern. Die Streikaktion führt letztlich zum Erfolg. Das Unternehmen verspricht, von betriebsbedingten Kündigungen abzusehen. Und das Land Berlin verpflichtet sich zu weiteren Millliardenzuschüssen bis 1999. MÄRZ 1998

Am 3. März gibt es einen Warnstreik des öffentlichen Dienstes für mehr Lohn und Arbeitsplatzsicherung. Der BVG-Verkehr ist an diesem Tag zwischen 4 und 8 Uhr flächendeckend lahm gelegt. Der Verkehr funktioniert dennoch erstaunlich gut. Die Taxi-Fahrer machen doppelt so viele Touren.

MAI 2000

Am 4. Mai wieder Warnstreik im öffentlichen Dienst. Busse und Bahnen stehen bis 8.30 Uhr in den Depots. Ein Verkehrschaos bleibt auch wegen der Schulferien aus.C. v. L.

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben