Berlin : Tagesmütter werden zur billigeren Alternative

Beiträge steigen doch nicht so stark Streit um Stellen für Erzieherinnen

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Die Koalition wird die Elternbeiträge für Tagesmütter nicht so stark verteuern wie beabsichtigt. Der Höchstbeitrag für eine Ganztagsbetreuung (bis neun Stunden) soll ab 1. Januar 2004 bei 335 Euro pro Monat liegen und nicht wie geplant bei 405 Euro. Für die Krippen ändert sich nichts. Dies beschloss gestern der Jugendausschuss mit den Stimmen von SPD und PDS. Zur Begründung hieß es, es sei rechtlich nicht möglich, einen Beitrag zu erheben, der über den tatsächlichen Kosten liege. Die FDP nannte es eine „Lachnummer“, dass die Jugendverwaltung erst jetzt auf dieses Problem gestoßen sei. Die Bündnisgrünen befürchten eine „soziale Entmischung“ der Krippen, die nun für Besserverdiener teurer würden als Tagesmütter. Die neuen Gebühren sollen im Dezember vom Abgeordnetenhaus beschlossen werden.

Zwischen der Jugendverwaltung und Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) bahnt sich unterdessen ein Streit um zusätzliche Erzieherinnenstellen in den Kitas an. Experten der Senatsjugendverwaltung gehen davon aus, dass durch die Arbeitszeitverkürzung neben den im Tarifvertrag bereits vorgesehenen 388 Stellen ein weiterer Bedarf von rund 700 Stellen besteht. Die Hälfte davon könnten die Kitas aber durch verbesserte Organisation ausgleichen. Um die im Kitagesetz festgelegten Standards weiter halten zu können, brauche man dann 360 neue Stellen. Sarrazin lehnt dies jedoch entschieden ab. Er geht davon aus, dass diese Lücken anders geschlossen werden müssen. Seinen Angaben zufolge könnten die Schließzeiten auf bis zu 25 Tage im Jahr verlängert werden. sve/sik

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