Tagesspiegel am Samstag : Gedruckt oder nicht gedruckt - das ist hier die Frage

Die Tricks der Onlinewerber, die Kulturgeschichte des Smartphones - in unserer Samstagsausgabe geht es diesmal gleich an zwei Stellen ausführlich ums Netz. Wir erklären, warum sie gerade deshalb gedruckt so schön ist.

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Die Samstag-Ausgabe des Tagesspiegel. Foto: Tsp
Die Samstag-Ausgabe des Tagesspiegel.Foto: Tsp

Das hat uns überrascht und begeistert: dass unser letzter Wochenendteaser eine richtige kleine Leserdebatte ausgelöst hat - über das Für und Wider von Onlineausgabe und gedruckter Zeitung. Darüber, warum, wie und wie viel man für Kulturgüter wie guten Journalismus zahlen sollte.

Die aktuelle Diskussion um Urheberschutz, alte Medien und neue Bezahlmodelle - Sie, liebe Leserinnen und Leser, führten sie am konkreten Beispiel und wir schauten begeistert zu. An dieser Stelle wollen wir deshalb gerne zugeben: Nein, das kann die Zeitung nicht! Menschen miteinander ins Gespräch bringen in dieser Form, das hat das Netz exklusiv.

Dafür kann die Zeitung etwas anderes - nämlich eine ganz besondere Mischung bieten. Das liegt auch daran, wie Sie - nachgewiesenermaßen - lesen. Im Netz, wo es bei uns natürlich nach wie vor alle Texte zu lesen gibt, folgen Sie vor allem den Trending Topics: den Themen, die ganz vorne ganz groß stehen. Die Zeitung dagegen bietet Ihnen eine Collage - und Sie, das beweisen Studien über das Leseverhalten, nehmen Sie an: lesen mal hier, mal dort, finden Dinge, die Ihnen im Netz vielleicht nicht so aufgefallen wären. Auch, weil die für das Lesen am Bildschirm zu lang und zu sperrig sind.

Da ist zum Beispiel die Seite "Wie uns die Zeiten ändern": Johannes Schneider hat da für die Samstagausgabe mal aufgeschrieben, wie lange schon große Denker davor warnen, dass neue Medien den Menschen schaden können. Sokrates warnte vor der Schrift, der Abt Johannes Trithemius hatte im 15. Jahrhundert seine Einwände gegen die Druckerpresse. Immer ging es dabei darum, dass die Menschen etwas verlieren, wenn sie Information auf Geräte auslagern. Was es vor diesem Hintergrund bedeutet, wenn dieser Tage die Angst davor umgeht, dass Smartphones unser Hirn erweichen, dem Gedanken gehen wir hier nach.

Das ist aber noch nicht alles an Themen, die entfernt mit unserer Diskussion über alte und neue Medien zu tun haben: In der Kolumne auf der "Netzspiegel"-Seite fragt sich Mercedes Bunz, warum die Menschen im Netz so viel unfreundlicher sind als im "realen" Leben. Außerdem hat Astrid Herbold da aufgeschrieben, wie virale Werber versuchen, Onlinebewertungen zu infiltrieren. Eine ganze Branche ist entstanden, die versucht, bei Amazon und Co möglichst authentisch klingendes positives Feedback für Produkte zu lancieren, deren Macher genau dafür bezahlen.

Und dann sind da natürlich noch unsere "Mehr Berlin"-Seiten: Da präsentieren wir den Künstler Menno Aden, der Berliner Räume von oben fotografiert. Ein Spätkauf, ein Bandproberaum, ein Wohnzimmer - durch die ungewöhnliche Perspektive werden Nutzungsstrukturen sichtbar - und dadurch die Bewohner gleich mit. In der großen Reportage erzählt Barbara Nolte vom Alltag einer Mordkommission - Berlin ist die Stadt mit den meisten Tötungsdelikten in Deutschland. 50 Menschen kamen hier 2011 gewaltsam ums Leben - wir zeigen auf einer großen Karte, wo wann was passiert ist. Außerdem natürlich: Stefan Stuckmanns Künast-Kolumne "Grünes Rathaus"!

Von ganz vielen Dingen haben wir hier jetzt noch gar nicht geredet: unserer Berichterstattung zur Berlinale und zu den Hintergründen des BVG-Streiks am Samstag. Und natürlich zu Christian Wulffs Rücktritt vom Amt des Bundespräsidenten. In diesem Sinn: Kaufen Sie die Zeitung, abonnieren Sie unsere iPad- und iPhone-App - weil wir Ihnen was wert sind! Und natürlich: Diskutieren Sie weiter! Über Zeitungen. Über Nachrichten. Gerne auch über Ihren Tagesspiegel von morgen. Ob damit der morgige Tag oder unsere fernere Zukunft gemeint ist - Sie entscheiden!

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