Tagesspiegel-Köpfe : Auf ein Glas ...mit Kaweh Niroomand

Der Topmanager führt die Berlin Volleys und Micros Systems mit Erfolg. Dabei sollte er doch Ingenieur oder Arzt werden. Tagesspiegel-Herausgeber Gerd Appenzeller traf ihn für das neue Berliner Wirtschaftsmagazin "Tagesspiegel Köpfe" im Restaurant Eiffel am Kurfürstendamm.

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Kaweh Niroomand mit Klaus Wowereit und Mitbringsel.
Kaweh Niroomand mit Klaus Wowereit und Mitbringsel.Foto: dpa

Auf ein Glas Sauvignon Blanc Fleurant trafen wir Kaweh Niroomand im Restaurant Eiffel am Kurfürstendamm 105. Wenn er nicht am Imbiss in der Kantstraße Persisches isst, ist das Eiffel« zu jeder Tageszeit sein Lieblingslokal.

Verliert eine Volleyballmannschaft, kann das entweder an der Hardware (mangelnde Fitness) oder an der Software (falsche Taktik) liegen. So spricht alles dafür, dass der erfolgreiche Manager einer Volleyballmannschaft auch ein guter Manager eines IT-Unternehmens sein kann. Kaweh Niroomand ist der strahlende Beweis für die Richtigkeit der These. Unter seiner Führung wurden die Berlin Volleys fünf Mal Deutscher Meister, als ein Geschäftsführer von Micros Systems half er maßgeblich mit, das Softwarehaus im Bereich Hotellerie und Gastronomie zum Marktführer weltweit zu machen.

Er war 13, als ihn seine Eltern 1965 nach Deutschland schickten. Abitur und Studium in Deutschland, möglichst Medizin oder Ingenieurwissenschaften, das war für gebildete Perser in jener Zeit die Garantie des späteren beruflichen Erfolges. Niroomand als gehorsamer Sohn beendete das Studium an der TU in Berlin dann auch mit dem Diplom in der Tasche – und kaufte mit einem Freund eine Hotelpension in Charlottenburg, die sie auf Vordermann brachten,aus der er 1986 aber wieder ausstieg.

Über Nixdorf – das Unternehmen wurde von Siemens erst ge-, dann verkauft – landete er in seiner heutigen Firma Micros, bei der er das Geschäft in Europa, Afrika und dem Mittleren Osten verantwortet. Beinahe wäre er dauerhaft in die Politik gegangen: Bahram Nirumand, Bruder seines Vaters, publizierte 1967 in Berlin das Buch »Persien, Modell eines Entwicklungslandes«, das die Studentenbewegung und die Anti-Schahproteste befeuerte.

Auch Kaweh war in der Konföderation Iranischer Studenten aktiv, aber das ist Geschichte. Mit seiner Frau, einer Dortmunderin, hat er zwei Söhne, 23 und 27 Jahre alt. Und Volleyball spielt er natürlich immer noch.

Dieser Text erschien im neuen Wirtschaftsmagazin des Tagesspiegels "Berliner Köpfe", das seit Freitag (30.08.2013) käuflich zu erwerben ist.


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