• Tagesspiegel-Spendenaktion: Neue Fenster für das Zufluchtshaus - Wilhelm-Friedrich-Stift baut Wohungen für Frauen und Kinder aus

Berlin : Tagesspiegel-Spendenaktion: Neue Fenster für das Zufluchtshaus - Wilhelm-Friedrich-Stift baut Wohungen für Frauen und Kinder aus

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"54 000 Mark - das sind so ziemlich genau die Fenster", sagt Hermann Oberländer, Geschäftsführer der Wilhelm-Friedrich-Stiftung. Die neuen Fenster gehen auf Spenden der Tagesspiegel-Leser zurück. Hellgrün sind die kunstvoll gestrebten Holzrahmen des von Grund auf sanierten Zehlendorfer Zufluchtshauses gestrichen - eine Rekonstruktion der Originalfenster aus der Zeit um die Jahrhundertwende.

1891 gründete Sidonie Scharfe, die Tochter des letzten Schulzen von Zehlendorf, die Stiftung als Alterssitz für betagte Mägde und Knechte. In den dreißiger Jahren wurde das Haus ein Altersheim, später eine Wohngemeinschaft für ehemalige Drogenabhängige. Das Zufluchtshaus für Frauen, die ihre gewalttätigen Männer verlassen haben, eröffnete die Stiftung 1985. Finanziell nicht eben üppig ausgestattet, reichte es nur für das Nötigste, nicht aber für die Modernisierung der beiden hundertjährigen Häuser.

Vor einem Jahr hatte Oberländer noch durch ein halbverfallenes Haus mit teilweise zerbrochenen, mit Pappe vernagelten Fenstern geführt. Jetzt ist der Wiederaufbau fast vollendet: Fliesenleger mörteln gerade ebenso schöne wie schallschluckende und strapazierfähige Gussasphaltplatten in den Treppenaufgang und in die Flure. Die neue Gasetagenheizung, die die alten Kohleöfen ersetzt, wird in den nächsten Tagen installiert. Insgesamt kosten die Arbeiten an beiden Häusern 1,5 Millionen Mark, finanziert vom Land Berlin, durch einen Kredit und Spenden. Im Januar 2001, zum 110. Geburtstag der Stiftung, sollen die ersten Familien in die vollmöblierten kleinen Zwei-Zimmer-Wohnungen einziehen. Bis zu zwei Jahren haben die Frauen und Kinder in den zehn Wohnungen der Zehlendorfer Einrichtung Zeit, selbstständig zu werden und sich ein neues Zuhause zu suchen.

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