Tagesspiegel-Weihnachtsaktion für Afrika : Ebola-Opfer brauchen Spenden

"Menschen helfen!" heißt die Spendenaktion des Tagesspiegels. Gesammelt wird in Berlin auch für die Hunger leidenden Opfer der Ebola-Seuche in Liberia und Sierra Leone.

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Anstehen für Lebensmittel. Auch diese Mutter hofft in Freetown in Sierra Leone auf Hilfe. In den Privatschulen kontrollieren jetzt Eltern ihre Kinder mit Ohrfieberthermometern.
Anstehen für Lebensmittel. Auch diese Mutter hofft in Freetown in Sierra Leone auf Hilfe. In den Privatschulen kontrollieren jetzt...Foto: REUTERS

Erst kam Ebola, die nackte Angst, die Verzweiflung, der Tod. Dann kam die Hungersnot. In Liberia, dem am schlimmsten betroffenen Land, aber auch in Sierra Leone dürfen die Menschen oft ihre Häuser nicht verlassen, sie können weder ihre Felder bestellen noch – die jetzt völlig überteuerten – Nahrungsmittel einkaufen. Damit die Kinder und Erwachsenen nicht noch schwächer werden oder gar infolge der Mangelernährung schwer erkranken, vielleicht sogar sterben, arbeitet die Deutsche Welthungerhilfe (DWHH) in beiden Ländern mit ihren lokalen Partnerorganisationen daran, das Überleben zu sichern. „Das Thema Ebola ist zwar bei den Menschen auch in Europa sehr präsent, nicht aber, dass wir wirklich jede Menge Spenden brauchen“, sagt Vera Schernus von der DWHH. „Deswegen bitten wir die Leserinnen und Leser des Tagesspiegels um Unterstützung.“

Lokales Personal hilft

Jedes Jahr bei „Menschen helfen!“ sammelt der Tagesspiegel bei seinen Lesern in Berlin, Brandenburg und ganz Deutschland auch für notleidende Menschen im Ausland. In diesem Jahr hat der Spendenverein sich bewusst dafür entschieden, die Menschen in den Ebola-Regionen zu bedenken. Und das gemeinsam mit dem langjährigen Partner des Tagesspiegels bei internationalen Hilfsaktionen – zumal die Deutsche Welthungerhilfe schon lange in den Ländern aktiv ist und sich dort auskennt.

In Liberia arbeitet die DWHH seit 2003, das Regionalbüro befindet sich in der Hauptstadt Monrovia. Weitere Projektbüros liegen in den Regionen Grand Gedeh, River Gee, Sinoe, Bomi und Montserrado. Zuletzt befanden sich sechs entsandte Mitarbeiter in Liberia, die unter anderem die Möglichkeit zusätzlicher Hilfsmaßnahmen sondieren. Die übrigen Aktivitäten laufen kurzfristig ausschließlich mit einheimischem Personal weiter, berichtet Schernus. Die lokalen Mitarbeiter beschäftigen sich mit der Lebensmittelversorgung, der Landwirtschaft, der Aufrechterhaltung der Basisinfrastruktur (Wasserversorgung, Straßenbau, Schulen, Markthallen) sowie der Krisenprävention.

Handwaschstationen in der Moschee

Zudem unterstützt die DWHH die öffentlichen Hilfsdienste bei der Aufklärungs- und Präventionsarbeit über Flyer, Trainings- und Radioprogramme. Chlor und Seife werden für Handwaschstationen an zentralen Stellen wie Moscheen, Kirchen und öffentlichen Gebäuden verteilt. Zudem muss das dringend benötigte Benzin für die lokalen Ebola-Helfer besorgt werden, damit sie weiter zu den Menschen fahren und sie aufklären können. In Liberia ist das Virus vor allem im Nordwesten, in Lofa County, verbreitet. Aber auch Montserrado County, wo Monrovia liegt, verzeichnet eine hohe Rate. Zum Stichtag 19. Oktober registriert die Weltgesundheitsorganisation (WHO) landesweit laut den DWHH-Experten 4665 Erkrankte und Verdachtsfälle. Tausende Patienten sind inzwischen gestorben. Vieles liegt in den Ländern im Argen. Die Preise für Lebensmittel sind auch in Liberia immens gestiegen: Vor Ausbruch der Epidemie kostete ein 25-kg-Sack Reis beispielsweise 1450 LRD (ca. 11,90 EUR), inzwischen sind 2050 LRD (ca. 16,70 EUR) zu bezahlen.

Ausgangssperre gilt

Seit dem Ausrufen des nationalen Gesundheitsnotstands gelten verschärfte Sicherheitsbestimmungen, berichten die Welthungerhilfe-Mitarbeiter. Angehörige, die Kontakt mit Infizierten hatten, werden unter Hausarrest gestellt. Die Zentren der Epidemie, Kenema und Kailahun, sind abgesperrt. Die Städte dürfen nicht mehr verlassen oder betreten werden, damit die Verbreitung des Virus eingedämmt werden kann. In Sierra Leones Hauptstadt Freetown sind öffentliche Verkehrsmittel nur noch von 7 Uhr bis 19 Uhr unterwegs, die Straßen sind nachts leer. Kinos und Restaurants sind geschlossen oder im „Sparbetrieb“. Auch hier stiegen die Preise für Grundnahrungsmittel, vor allem Reis, um 40 Prozent. Und die Menschen, die ihre Häuser nicht verlassen dürfen, können weder ihre Felder bestellen noch Nahrungsmittel einkaufen.

Die Welthungerhilfe hat bereits in der Zeit von 1983 bis 1997 in Sierra Leone gearbeitet, 1991 bis 2002 tobte der Bürgerkrieg. Einsatzorte der DWHH sind Western Area Peninsula, Kenema und Bo District sowie Kailahun und Kono Distrikt. Zurzeit befinden sich von zehn entsandten internationalen Mitarbeitern sieben im Verbindungsbüro in Freetown. In Bo, der zweitgrößten Stadt des westafrikanischen Landes, gibt es ein Projektbüro. Die lokalen Mitarbeiter versorgten zuletzt 500 von der Ausgangssperre betroffene Haushalte, rund 3000 Personen, mit Nahrungsmitteln. Die Menschen seien sehr dankbar. „Wir hoffen, dass der Tagesspiegel uns unterstützen kann“, sagt Vera Schernus.

Spenden bitte an: Spendenaktion Der Tagesspiegel e.V., Verwendungszweck: „Menschen helfen!“, Berliner Sparkasse (BLZ 100 500 00), Konto 250 030 942 - BIC: BELADEBE, IBAN: DE43 1005 0000 0250 0309 42. Bitte Namen und Anschrift für den Spendenbeleg notieren.

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