Tanz und Comedy : Lieber Salsa als Paartherapie

Die Fernsehkomikerin Susanne Pätzold gastiert mit einem neuen Programm in der Ufa-Fabrik.

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Eintänzerin. Susanne Pätzold kennt die Ballsäle von Berlin.
Eintänzerin. Susanne Pätzold kennt die Ballsäle von Berlin.Foto: dapd

So mancher erinnert sich mit leichtem Unbehagen an die Tanzstundenzeit. An verknotete Beine, verpasste Takte und verstolperte Schritte. Nicht so Susanne Pätzold: „Als ich mit 14 in die Tanzschule kam, war das für mich ein Gefühl, als ginge die Sonne auf. Schließlich war ich auf einem Mädchen-Gymnasium. Da war nichts mit Jungs.“ Seitdem ist das Tanzen für sie gleichbedeutend mit „Lebensfreude“. Die Kölnerin, die mit der Comedy-Serie „Switch reloaded“, bekannt wurde, lacht. Sie hat schon den Deutschen Fernsehpreis und zweimal den Deutschen Comedypreis gewonnen. Aber sie möchte nicht so gern, dass man sie Komikerin nennt. Lieber eine „komische Schauspielerin“. Oder eine Tänzerin. Schließlich hat sie, bis sie 20 war, Turniere getanzt. Dass sie noch immer gut im Tanzen ist, hat sie bei der Fernsehshow „Stars auf Eis“ mit Katharina Witt bewiesen. Dort wurde sie 2008 zur besten prominenten Eistänzerin gewählt. Danach beschloss sie, dass sie in Zukunft nicht mehr nur lustig sein wollte auf der Bühne, sondern auch tanzen. Also erfand sie eine Art neues Bühnengenre. „Bis dass der Tanz uns scheidet“ heißt ihr neues Programm, mit dem sie gerade auf Tournee ist und von Mittwoch bis Sonnabend in der Ufa-Fabrik in Tempelhof gastieren wird: Als „durchgeknallte Liebesgeschichte in acht anmutigen, abgründigen oder aberwitzigen Tänzen (von Rumba bis Hip-Hop, Soul, Salsa oder Tango) und in sieben streitlustigen Szenen“ wird die Veranstaltung angekündigt. Nein, nein, ein „Musical im engeren Sinn“ sei das nicht, sagt Pätzold. Auch wenn ihr Tanzpartner Alex Burgos eigentlich Musical-Darsteller ist und unter anderem schon in „Starlight Express“ mitspielte. Sie nennt es „einen Tanzabend und eine Beziehungskomödie, bei der das Pärchen dem Publikum seine verkorkste Liebesgeschichte erzählt.“ Die Zuschauer werden sozusagen zum Paartherapeuten. Und das geht in etwa so: „Wir zeigen Ihnen jetzt mal, wie wir zum ersten Mal miteinander geschlafen haben,“ wird Pätzold auf der Bühne sagen. Und zwar tanzend. Und welchem Tanz entspricht der erste Sex? „Das ist ein Hip-Hop“.

Dabei findet sie eigentlich unter den Tänzen vor allem Rumba „enorm erotisch“. Und ihr Lieblingstanz ist Salsa. Deshalb freut sie sich auch schon besonders auf Berlin. Nach der Vorstellung will sie nämlich noch Salsa tanzen gehen. Wenn sie mit ihrem Programm in Städten wie Oberhausen gastiere, komme so etwas eher nicht infrage. „Und in Köln gehe ich immer am gleichen Ort tanzen. Es ist schön, das mal in einer ganz anderen Location zu tun und ganz andere Tänzer zu sehen.“ Und sie aufzufordern. Damit hat Pätzold gar kein Problem. „Man sollte nur keinen Mann auffordern, der Teil eines Pärchens ist. Ich gucke aber auch unheimlich gern anderen Paaren zu.“ Bei früheren Berlinbesuchen war sie schon im „Havanna“ an der Hauptstraße in Schöneberg, wo man auf drei Etagen tanzen kann. Und im Grünen Salon der Volksbühne. „Berlin ist eine sehr coole Stadt“, sagt die Kölnerin. „Ich mag diese Buntheit. Aber die Größe wäre mir auf die Dauer zu viel.“ Sie hat schon mal eine längere Zeit hier verbracht – als sie in den Fernsehstudios für die Kinderserie „Bernd das Brot“ gedreht hat, wohnte sie in Prenzlauer Berg und mag den Stadtteil seitdem. „Aber ich entdecke immer wieder gern die unterschiedlichen Bezirke. Charlottenburg finde ich schön. Und als Besucherin muss ich mich ja zum Glück nicht auf einen festlegen, wie die meisten Berliner.“

„Bis dass der Tanz uns scheidet!“, Ufa-Fabrik, Viktoriastraße 10-18, Tempelhof, Mi-Sa 14.-17.3., 20 Uhr, Karten für 14-17 Euro unter Tel. 755 03 0 oder vorbestellung@ufafabrik.de

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