Berlin : Tanzen, bis der nächste Laster kommt

Heute zieht die Loveparade mit 40 Trucks durch den Tiergarten Die Veranstalter rechnen mit mindestens 500 000 Teilnehmern

Sebastian Leber

Fünf Tage und Nächte war es ruhig im Tiergarten, heute wird die Stille gebrochen. Diesmal nicht mit Klinsmann-Chören und 54, 74, 90, 2010, sondern mit 120. Nämlich Beats in der Minute.

Die Loveparade ist zurück. Nach zwei Jahren Pause zieht der größte Technoumzug Europas wieder über die Straße des 17. Juni. Nicht mehr als angemeldete Demonstration, sondern als sorgfältig durchgeplante Massenparty. Um 14 Uhr setzen sich die Wagen zwischen Brandenburger Tor und S-Bahnbrücke Tiergarten in Bewegung – und zwar gleichzeitig. Erstmals in der Geschichte der Parade gibt es keinen gemeinsamen Startpunkt. Eine weitere Neuerung: Westlich der S-Bahnbrücke Tiergarten haben die Veranstalter Bühnen für Nachwuchs-DJs aufgebaut. Hier beginnt das Musikprogramm bereits um zwölf. Auf einer der Bühnen, in Sichtweite zum Ernst-Reuter-Platz, treten bekannte Livebands auf.

Die Veranstalter rechnen mit mindestens 500 000 Besuchern, haben aber vorsichtshalber genug Ordner, Getränkestände und Toiletten für eine Million Teilnehmer organisiert. Besonders voll dürfte es wieder am frühen Abend auf dem Großen Stern werden. Um 18 Uhr startet dort die traditionelle Abschlusskundgebung. Mit Techno-Größen wie Westbam und Paul van Dyk, aber ohne Friedensbotschaft von Matthias Roeingh alias Dr. Motte. Der Paradenerfinder hat sich mit den neuen Veranstaltern zerstritten – unter anderem, weil er das Auswahlverfahren der Künstler ablehnte. Erstmals durften die Raver im Internet darüber abstimmen, welche DJs und Musiker auftreten sollen. Deshalb sind heute neben Techno auch andere Stilrichtungen der elektronischen Musik vertreten. Manches Techno-Urgestein muss heute ganz, ganz tapfer sein: Es werden sogar Gitarren gespielt. Immerhin elektrische.

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