• Tarifkonflikt bei den Erzieherinnen: Die sieben Kitas des Studentenwerks werden bestreikt

Tarifkonflikt bei den Erzieherinnen : Die sieben Kitas des Studentenwerks werden bestreikt

Vom bundesweiten Streik der Erzieherinnen und Erzieher sind in Berlin nur die sieben Kitas des Studentenwerks betroffen. Ein Ende ist noch nicht in Sicht.

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Auch in Berlin streiken Erzieherinnen und Erzieher für mehr Geld.
Auch in Berlin streiken Erzieherinnen und Erzieher für mehr Geld.Foto: dpa/Britta Pedersen

Beinahe alle der rund 145 000 Berliner Kita-Kinder können zurzeit wie üblich in ihren Kindergärten und Krippen betreut werden – anders als ihre Altersgenossen im restlichen Bundesgebiet. Von dem bundesweiten Streik der Gewerkschaften Verdi und GEW, die für Erzieher bessere Eingruppierungen und Tarife und damit Gehaltserhöhungen um die zehn Prozent erzielen wollen, sind sie nicht betroffen. Nur für die Eltern von rund 600 Kindern, die Kitas des Berliner Studentenwerks besuchen, sieht die Situation anders aus. Sie müssen sich seit der vergangenen Woche selber um die Betreuung ihrer Kinder kümmern. An sieben Standorten unterhält das Studentenwerk Kindertagesstätten, die größten sind an der Freien Universität (180 Plätze) und an der Technischen Universität (112 Plätze). Die Erzieherinnen in den Einrichtungen des Studentenwerks werden nach dem bundesweit geltenden Tarifvertrag für die Kommunen bezahlt, und nur über diesen wird derzeit verhandelt. Die Kitas des Landes, die rund ein Viertel aller Berliner Kitakinder betreuen, fallen hingegen unter das Tarifrecht der Bundesländer. Die übrigen Kitas werden von freien Trägern betrieben.

In der vergangenen Woche musste sich auch die Kunsthistorikerin Philippa Sissis um ihre Kinder im Kitaalter, die vierjährige Jahlee und den zwei Jahre alten Elijah, kümmern. Sissis, deren älteste Tochter bereits in die Schule geht, hat vor kurzem ihr Studium beendet und arbeitet viel von zu Hause aus, schreibt Aufsätze oder Artikel, bereitet sich auf Konferenzen vor. Mit zwei kleinen Kindern, die betreut werden wollen – geht das jedoch nur sehr begrenzt. Jetzt kann sie aber zumindest für den Rest der Woche zwei von den wenigen Plätzen für die Notbetreuung in Anspruch nehmen, die das Studentenwerk bietet. In der kommenden Woche muss sie sich erneut darum bewerben. Für den Streik der Erzieherinnen hat Sissis volles Verständnis. In den Kitas werde eine wichtige Arbeit geleistet, die auch vernünftig anerkannt werden müsse.

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