Tarifkonflikt : Lokführer-Streik legt Nahverkehr in Berlin lahm

Der dritte Streik der Lokführer innerhalb von zwei Wochen ist zu Ende gegangen. Der Regionalverkehr in Brandenburg und der S-Bahn-Verkehr in Berlin waren erheblich eingeschränkt. Die Situation wird sich erst am Nachmittag wieder komplett entspannen.

Lokführerstreik Potsdam
Menschenleerer Bahnsteig in Potsdam. -Foto: dpa

Berlin/PotsdamVon den bundesweiten Streiks der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) war auch die Region Berlin-Brandenburg betroffen. Wie die Deutsche Bahn mitteilte, ging der neunstündige Ausstand um 11 Uhr wie vorgesehen zu Ende. Es werde aber voraussichtlich noch bis zum Nachmittag dauern, bis sich die Verkehrssituation wieder normalisiert habe, sagte ein Bahn-Sprecher. Im Fernverkehr habe es keine Einschränkungen gegeben.

In Brandenburg und Berlin fielen dem Bahnsprecher zufolge im Regional- und S-Bahnverkehr rund zwei Drittel aller Züge aus. Zur Abmilderung der Streikfolgen wurden auf Regionalbahnstrecken Busse eingesetzt. Zudem wurden in der Region die Züge auf drei IC-Linien für den Nahverkehr freigegeben. Die Situation auf den Bahnhöfen sei sehr ruhig, da sich die Reisenden offensichtlich auf den Streik eingestellt hätten, betonte der Sprecher.

U-Bahnen deutlich voller

Der GDL-Bezirksvorstand für Berlin, Brandenburg und Sachsen, Hans-Joachim Kernchen, sprach am Morgen von einer "sehr gute Beteiligung" an dem Streik. Die Lokführer würden immer selbstbewusster und würden nicht mehr auf Einschüchterungsversuche der Bahn reagieren. Die GDL will die Arbeitsniederlegungen möglicherweise am Freitag und zu Beginn der kommenden Woche fortsetzen.

Nach Angaben einer Sprecherin der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) waren die Busse und U-Bahnen am Morgen infolge des Streiks wie erwartet deutlich voller, besonders auf der Linie U2 in Richtung Ruhleben. Für zusätzliche Beeinträchtigung im Berufsverkehr sorgte eine knapp zweistündige Sperrung der Tramlinien M6 und 16, nachdem ein Lastwagen in Hohenschönhausen mit einer Tram kollidiert war. Die rund 80 Fahrgäste blieben unverletzt. (mit ddp)

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