Tarifstreit : Charité-Vorstand geht auf Verdi zu

Nach vier Tagen Streik der nichtärztlichen Beschäftigten der Charité will die Arbeitgeberseite jetzt wieder Tarifverhandlungen mit den Gewerkschaften aufnehmen und ein Angebot vorbereiten.

Berlin - Der Aufsichtsrat der Charité habe dem Vorstand am Freitag ein Mandat erteilt, die Tarifverhandlungen mit Verdi und der dbb tarifunion wieder aufzunehmen, sagte eine Sprecherin. "Wir werden ein Angebot vorbereiten und es den Gewerkschaften vorlegen", erklärte Klinikumsdirektor Behrend Behrends. Die Entscheidung darüber, ob und wann die Gespräche wieder aufgenommen werden, liege bei den Gewerkschaften, da diese das Scheitern der Tarifverhandlungen erklärt hätten. Details des Angebots nannte er nicht.

Am Freitag war der Streik an allen drei Klinikstandorten fortgesetzt worden. Nachdem an den Tagen zuvor die Operationssäle bestreikt worden waren, hatte ver.di nun die Technik- und Reinigungskräfte zum Ausstand aufgerufen. Beteiligt waren Gewerkschaftsangaben zufolge Mitarbeiter des Virchow-Klinikums, des Campus Mitte und des Klinikums Benjamin-Franklin.

"Streikende Mitarbeiter massiv bedroht"

ver.di-Gewerkschaftssekretär Werner Koop warf einigen Vorgesetzten am Klinikum Benjamin-Franklin vor, sie hätten die streikenden Mitarbeiter "mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen massiv bedroht". Viele Beschäftigte seien derart eingeschüchtert worden, dass sie sich wieder zurück an ihren Arbeitsplatz begeben hätten.

Der Arbeitskampf hatte am Dienstag begonnen, nachdem die Tarifverhandlungen für die nichtärztlichen Beschäftigten nach monatelangem Tauziehen gescheitert waren. Verdi fordert für die Krankenschwestern, Pfleger, Verwaltungsangestellten und das technische Personal des Universitätsklinikums unter anderem die Übernahme der Tarifabschlüsse im öffentlichen Dienst aus den Jahren 2003 und 2005 sowie den Verzicht auf Privatisierungen und betriebsbedingte Kündigungen. (tso/ddp)

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben