Berlin : Tarnkappenbomber über Schönefeld

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Die US Air Fore wird während der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung ILA 2000 auf dem Flughafen Schönefeld ihre "Tarnkappenflugzeuge" präsentieren. Der Stealth-Fighter F-117 und der Nurflügelbomber B-2 sollen zu den Höhepunkten der Show gehören, teilte der Geschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie, Hans Eberhard Birke, am Mittwochabend vor dem Luftfahrt Presse-Club (LPC) mit. Auch die russischen Luftstreitkräfte haben eine verstärkte Präsenz angekündigt. Mit über 280 angemeldeten Flugzeugen gibt es einen neuen Rekord.

Nach heftiger Kritik insbesondere von amerikanischen Ausstellern während der ILA 1998 wird in diesem Jahr erstmals strikt zwischen öffentlichem und nichtöffentlichem Teil getrennt. Vom 6. bis 9. Juni bleibt die Messe Fachbesuchern vorbehalten. Zu den Publikumstagen vom 10. bis 12. Juni werden knapp 150 000 Menschen erwartet.

Die ILA soll auch während der Bauphase des geplanten Airports Berlin-Brandenburg-International (BBI) am Flughafen Schönefeld bleiben, erklärte Birke. Man stehe in intensiven Gesprächen mit der Flughafen-Holding und den zukünftigen Investoren, um dafür die Voraussetzungen zu schaffen. Zuvor hatte sich der Flughafen Leipzig/Halle bereits als Alternative angeboten. Der BDLI will die gemeinsam mit der Messe Berlin veranstaltete Ausstellung jedoch dauerhaft in der Hauptstadt etablieren.

Damit reagiert man auch auf die Konkurrenz aus dem britischen Farnborough. Dass die dortige Luftfahrtschau von September auf Juli vorverlegt wurde, bezeichnete Birke als "klaren, unfreundlichen Akt". Beide Ausstellungen finden alle zwei Jahre im Turnus mit dem Pariser Aero-Salon statt. Während die Engländer rund die doppelte und die Pariser sogar die dreifache Zahl von Gästen begrüßen können, werden in Berlin "als ehrgeiziges Ziel" wieder rund 82 000 Fachbesucher erwartet.

Um mit den Mitbewerbern gleichzuziehen, strebt die Berliner Flugausstellung für dieses Jahr und 2002 einen deutlichen Qualitätssprung an. Ziel ist es, mit den Konkurrenten schnellstmöglich einen dreijährigen Turnus zu vereinbaren, nach dem in jedem Jahr nur eine große europäische Luftfahrtmesse abwechselnd in Berlin, Farnborough und Paris stattfindet. Birke hofft, dass die ILA dann ihre Kosten deckt. Gegenwärtig müssen Berlin und Brandenburg noch rund sechs Millionen Mark zuschießen, insbesondere wegen fehlender, fester Infrastrukturen am Ausstellungsgelände in Schönefeld-Süd.

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