Tatort U-Bahn : Polizei nimmt Schläger fest

Wieder ist es in Berlin zu Gewalttaten in U-Bahnhöfen gekommen – der Polizei gelang es Sonntagnacht aber, Täter festzunehmen und Straftaten vorzubeugen. BVG-Chefin Nikutta prüft jetzt Zugangssperren.

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Foto: Thilo Rückeis
Foto: Thilo Rückeis

In Kreuzberg haben in der Nacht zu Sonntag drei Männer im Alter von 18 und 19 Jahren drei etwa gleichaltrige französische Touristen im U-Bahnhof Kottbusser Tor attackiert. Das Trio hatte es auf das von einem 18-jährigen Urlauber getragene Basecap abgesehen. Als der Überfallene sich wehrte und seine beiden 18- und 20-jährigen Begleiter ihm zur Hilfe kamen, schlugen und traten die drei Räuber auf die drei Berlin-Gäste ein und verletzten sie an Kopf und Beinen. Kurz nach der Tat gegen 3:50 Uhr trafen Polizeibeamte ein und nahmen die drei mutmaßlichen Schläger im U-Bahnhof fest.

Ebenfalls am Sonntag war gegen 0.10 Uhr einer so genannten Präsenzstreife ein aggressiver Fahrgast in einem U-Bahnwaggon der Linie 8 zwischen Rosenthaler Platz und Hermannstraße aufgefallen. Dieser wollte immer wieder Streit provozieren. Als er die Polizisten erblickte, stellte er ihnen lautstark in Aussicht, sie „umzuhauen“ und beleidigte sie. Am U-Bahnhof Jannowitzbrücke wollten die Polizisten die Personalien des Mannes feststellen. Der 43-Jährige versuchte, zwei Polizisten mit der Faust zu schlagen. Die Beamten wichen aus und setzten Pfefferspray ein. Der Mann widersetzte sich der Festnahme so heftig, dass Verstärkung angefordert werden musste. Der Täter wurde zu einer Gefangenensammelstelle gebracht, nach einer Blutentnahme und erkennungsdienstlicher Behandlung entlassen. Ihn erwarten Ermittlungsverfahren wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte, Körperverletzung und Beleidigung.

Angesichts der zunehmenden Fälle von brutalen Übergriffen auf Bahnhöfen reist BVG-Chefin Sigrid Nikutta Ende Juni nach London. Wie sie in einem Gastbeitrag im Tagesspiegel am Sonntag ankündigte, werde sie prüfen, ob dort genutzte Zugangssperren mit Ticketentwertern potenzielle Straftäter fernhalten und ob solche Sperren für die historischen Berliner Bahnhöfe Sicherheitsrisiken bergen könnten.

Wie zeigt man als Fahrgast Zivilcourage? Das erklären Experten von Polizei und Bahn bei kostenfreien Infoveranstaltungen am 21. Juni auf den Bahnhöfen Alexanderplatz, Zoologischer Garten und Ostbahnhof, jeweils von 14 bis 19 Uhr.

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