Tauentzienstraße : Boulevard ohne Bauzaun

Nach rund vier Jahren ist der Mittelstreifen der Tauentzienstraße keine Baustelle mehr. Um die Gestaltung mit Eibenbeeten hatte es viel Streit gegeben.

Freie Sicht. Nach vier Jahren sind die Zäune weg. Foto: Cay Dobberke
Freie Sicht. Nach vier Jahren sind die Zäune weg. Foto: Cay Dobberke

Jetzt sind auch die letzten Zäune um den neuen Mittelstreifen in Höhe des Breitscheidplatzes verschwunden. Man hätte sie ein paar Tage früher entfernen können, aber noch die Parade zum Christopher Street Day abgewartet, sagt der Charlottenburg-Wilmersdorfer Baustadtrat Marc Schulte (SPD). Die frisch gepflanzten – und wegen ihrer Eintönigkeit umstrittenen – Eibenbeete blieben so geschützt.

Begonnen hatten die Bauarbeiten mit der Sanierung der U-Bahntunnel durch die BVG, die einige Monate länger als erwartet dauerte. Der neu gestaltete Mittelstreifen soll eine „grüne Achse“ bilden, verzichtet wurde aus Kostengründen auf die ursprünglich geplante nächtliche LED-Bodenbeleuchtung. Eiben gelten als pflegeleicht, auch das spart Geld. Bürger zeigten sich besorgt, weil die Pflanzen giftig sind. Aber die zuständigen Grünpfleger beruhigten, die Eiben würden regelmäßig beschnitten und Blüten mit den hochgiftigen Samen entfernt.

Bänke gibt es nicht mehr, als Sitzgelegenheiten fungieren die Einfassungen der Beete. Auch das wurde kritisiert. In den vorigen Wochen hatten sich Passanten über sprießende Blätter in den neuesten Beeten gewundert. Bahnte sich hier etwa die Abkehr von den Eiben an? Nein: Nach Auskunft des Bezirks wuchs hinter den Zäunen zuletzt „nur etwas Unkraut“. CD

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