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Tausende bei Gegendemo : Cottbus protestiert gegen NPD-Aufmarsch

In Cottbus hatten Neonazis keine Chance. Mehr als 2000 Bürger hielten auch in diesem Jahr einen Marsch der rechtsextremen NPD auf.

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Gegen Nazis: Gleich zwei Bündnisse machten am Samstag gegen die NPD-Demo mobil.Sie brachten mehr Menschen auf die Straße als die Rechtsextremisten.
Gegen Nazis: Gleich zwei Bündnisse machten am Samstag gegen die NPD-Demo mobil.Sie brachten mehr Menschen auf die Straße als die...Foto: dpa

Etwa 2500 Menschen haben nach Veranstalterangaben am Samstag in Cottbus einen Aufmarsch der rechtsextremen NPD weitgehend verhindert. An mehreren Orten in der Stadt habe es Sitzblockaden gegeben, um den etwa hundert versammelten Rechtsextremisten den Weg abzuschneiden, sagte ein Sprecher des Bündnisses „Cottbus nazifrei“. Die Polizei brach den NPD-Aufmarsch schließlich nach kurzer Wegstrecke ab. Stadtsprecher Peter Lewandrowski sprach zwischenzeitlich sogar von "mehr als 3000" Gegendemonstranten. Die Polizei zählte 130 Rechte beim NPD-Aufmarsch.

Hintergrund war der 69. Jahrestag der Bombardierung von Cottbus durch alliierte Luftstreitkräfte. Dabei starben am 15. Februar 1945 rund 1000 Menschen. Neonazis versuchen seit langem, diesen Jahrestag für propagandistische Aufzüge zu missbrauchen.

Nach Behördenangaben verliefen die von starken Polizeikräften gesicherten Protestveranstaltungen gegen den NPD-Aufmarsch insgesamt friedlich. Allerdings hätten an einer Stelle etwa 80 Demonstranten aus der gewaltbereiten linksextremistischen Szene eine Polizeikette durchbrochen. Um eine weitere Eskalation zu verhindern, sei der NPD-Aufmarsch wenig später beendet worden.

Der Aufzug in Cottbus gilt als bundesweiter Auftakt der NPD-Aufmärsche in diesem Jahr. Die beiden Gegendemonstrationen, „Cottbus bekennt Farbe“ sowie „Cottbus nazifrei“, wurden von Parteien, Jugendkultur-Initiativen und der evangelischen Kirche unterstützt, auch von Künstlern wie dem Sänger der Band „Die Prinzen“, Sebastian Krumbiegel. Unter den Teilnehmern befanden sich Mitglieder der Brandenburger Landesregierung und des Landtages. (mit dpa/AFP)

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