Berlin : Tausende kamen wegen eines Kurzschluss nach einem Brand im Spannwerk zu spät

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Eine Reihe technischer Defekte in der Berliner Stromversorgung hat am Dienstagmorgen einen Teil des S-Bahn-Netzes lahmgelegt. Tausende von Berlinern kamen zu spät zur Arbeit, da sie Umwege fahren mussten. Nach einem Defekt in einem Ersatzkabel am Südring ging von 6.55 Uhr bis 10 Uhr nichts mehr. Betroffen waren die Strecken zwischen Zehlendorf und Wannsee (S 1), zwischen Westkreuz und Westhafen (S 4), zwischen Westkreuz und Potsdam Hauptbahnhof (S 7) sowie zwischen Pichelsberg und Spandau (S 5 und S 75). Auf Schienenersatzverkehr verzichteten die S-Bahner, weil die Zeit zu kurz war. Nach den Worten von S-Bahn-Sprecher Ingo Priegnitz gab es zahlreiche Beschwerden erboster Fahrgäste. "Dabei lag es nicht an der S-Bahn, sondern an der Bewag", sagte Priegnitz.

Beim Stromversorger Bewag standen die Zeichen bereits seit Montag auf Alarm. Aus bislang noch ungeklärter Ursache gab es einen Defekt an einer 30 000-Volt-Leitung zwischen dem Umspannwerk Prinzregentenstraße in Wilmersdorf und dem S-Bahn-Netz. Die Folge war ein Lichtbogen mit anschließendem Schmorbrand, der wichtige Anlagen im Umspannwerk zerstörte, darunter einen 86-Tonnen-Trafo. Bewag-Sprecher Siegfried Knopf beschrieb das Ganze gestern als Kettenreaktion. Nach dem Ausfall des Umspannwerks floss der Strom nur noch über zwei statt wie üblich über drei Zuleitungen von der Bewag zum S-Bahn-Netz. Um alle S-Bahn-Strecken zu versorgen, wurde der Strom provisorisch über Umleitungen geschickt. Eine dieser Umleitungen machte gestern morgen schlapp und löste damit den Zusammenbruch der Stromversorgung aus. Die Bewag-Techniker haben inzwischen einen Ersatz-Trafo aus dem Kraftwerk Moabit ins Umspannwerk Prinzregentenstraße gebracht. Am Donnerstag, spätestens am Wochenende, soll alles wieder ganz normal funktionieren.

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