Taxifahrer-Kampf : Streit um Dixi-Klo am Hauptbahnhof

Am Berliner Hauptbahnhof kämpfen die Taxifahrer für eine Toilette. Hier steht jetzt ein illegales Dixi-Klo. Nächste Woche soll eine Frauentoilette hinzukommen. Noch duldet die Bahn die Aktion.

Taxifahrer
Notwehr. Taxifahrer Ebrahim Djahan hat am Berliner Hauptbahnhof ein Dixi-Klo für die Taxifahrer aufgestellt. -Foto: Mike Wolff, TSP

BerlinEbrahim Djahan hat es kaum noch ertragen. „Hier konnte man nicht atmen“, sagt der Taxifahrer und deutet auf die Säulen der Westunterführung am Hauptbahnhof. Die Taxifahrer warten unter den Gleisen, um auf die Vorplätze nachrücken zu können. Und wenn die Blase drückt, dann erleichtern sich viele an den Säulen.

Djahan wollte diesen Zustand ändern. Anfang September hat der Exil-Iraner ein Dixi-Klo aufstellen lassen. Inklusive Sonderleistungen – Säubern und Wassertank wechseln – kostet ihn das 250 Euro im Monat. „Das ist nur eine Notlösung“, sagt der 54-Jährige. Er will ein richtiges Toilettenhäuschen und hat bei den Kollegen schon über 1000 Unterschriften dafür gesammelt. Zwar können sie auch im Bahnhof zur Toilette gehen. Doch wenn sich ein Fahrer auf den langen Weg macht, seine Notdurft zu verrichten, blockiert sein Auto die anderen Taxen. „Es hakt ganz woanders“, sagt Harald Büttner vom zuständigen Straßen- und Grünflächenamt des Bezirkes Mitte. Statt über neue Toiletten nachzudenken, müsse ein Platz geschaffen werden, wo die Autos abgestellt werden können, ohne zu stören.

Taxifahrer Djahan: „Ich betrachte das als Notwehr“

Unterstützung erhält Djahan dagegen von der Innung des Berliner Taxigewerbes. In die Planung des Bahnhofes wurde sie zwar einbezogen, die weite Entfernung zu den Toiletten im Gebäude sei aber nicht abzusehen gewesen, berichtet der Vorsitzende Bernd Dörendahl. „Das Schlimme ist, dass man so lange braucht, um den Zustand zu verbessern“, sagt er. Djahan ist die Sache so wichtig, dass er sogar eine Anzeige in Kauf nahm, denn das Klohäuschen hat er illegal aufgestellt. „Ich betrachte das als Notwehr“, sagt er. Die Bahn hat angekündigt, die Aktion zumindest zu dulden.

In Sachen Notdurft will er nun weiter in die Offensive gehen. Nächste Woche soll eine Frauentoilette hinzukommen. Dann will Djahan ins Abgeordnetenhaus ziehen: „Jetzt müssen die Volksvertreter Stellung nehmen.“ (mj)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben