• Taxifahrt mit Schrecken: Erst zertrümmerte der Täter das Schultergelenk, dann biss er zu und floh mit Mobiltelefon

Berlin : Taxifahrt mit Schrecken: Erst zertrümmerte der Täter das Schultergelenk, dann biss er zu und floh mit Mobiltelefon

Peter Murakami

Die Fahrt mit Miguel P. wird dem Marzahner Taxifahrer Jürgen K. wahrscheinlich noch lange in Erinnerung bleiben: Erst hatte sein Fahrgast kein Geld, dann zertrümmerte er ihm das Schultergelenk und biss ihm auch noch in den Arm, weil er sein Handy nicht hergeben wollte.

Gestern endete vor dem Landgericht der Prozess gegen den aus Jamaica stammenden Miguel P. Das Urteil: Zwei Jahre und neun Monate Haft wegen räuberischen Angriffs auf Kraftfahrer und schwerem Raubes. Die Kammer sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte am 27. Mai dieses Jahres in Ahrensfelde in das Taxi des Geschädigten einstieg und diesen zunächst mit einer Flasche bedrohte, um ihn zur Herausgabe seines Handys zu zwingen. Als der Fahrer der Aufforderung nicht nachkam, hatte der 25-Jährige auf ihn eingeschlagen und schließlich zugebissen.

"Es war ganz anders", hatte Miguel P. beim Prozessauftakt behauptet. "Ich war an diesem Tag bedroht worden. Da bin ich in das Taxi eingestiegen und habe dem Fahrer gesagt, dass ich kein Geld habe. Der Fahrer hat gesagt, es sei kein Problem ...", erzählte der Angeklagte aufgeregt. Erst nachdem das Taxameter bereits 14 Mark angezeigt habe, soll der Fahrer ihm eröffnet haben, dass er nun zur Polizei fahren wolle. Der Fahrer widersprach dieser Version. Kurz nachdem der Angeklagte eingestigen sei, habe er gefragt wo er denn hin wolle. Statt einer Antwort habe Miguel P. ihn gefragt, ob er einmal mit seinem Handy telefonieren dürfe.

"Ich gab ihm das Handy, weil ich dachte, er müsse erst herausfinden, wo die Fahrt hingehen soll", sagte der Fahrer. Doch der Fahrgast führte fünf Telefonate und forderte den Taxifahrer auf, "einfach weiter zu fahren". "Ich nahm ihm das Handy wieder ab. Als ich fragte, ob er denn überhaupt Geld dabei habe, sagte er Nein." Als der Fahrer daraufhin ankündigte, die Polizei zu holen, habe Miguel P. gedroht, mit einer Flasche zuzuschlagen. Beim Versuch, einen Notruf abzusetzen, brach ihm der hünenhafte Mann mit einem Schlag den Arm. Anschließend habe Miguel P. ihm ins Gesicht geboxt und ihm derart heftig in den anderen Arm gebissen, dass die Zähne eine blutige Bisswunde verursachten. Dann sei er mit dem Handy geflohen.

Das geraubte Gerät führte auch zur Festnahme des Räubers: Nachdem ein Notarzt die Handynummer gewählt hatte, klingelte es plötzlich in dem Gebüsch, in das Miguel P. geflüchtet war. Die Polizei brauchte nur dem Geräusch zu folgen.

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