Berlin : Technik erproben

Mehrere hundert junge Frauen im BVG-Ausbildungszentrum

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GIRLS’ DAY: 6000 BERLINER SCHÜLERINNEN AUF BERUFSSCHAU

Ob die 17jährige Seyma einmal zur „Mechatronikerin“ bei den Vekehrsbetrieben wird, blieb am gestrigen „Girls Day“ ungewiss. Erst lötete die Schöneberger Realschülerin im Spandauer BVG-Ausbildungszentrum konzentriert Leuchtdioden und einen Mikrochip auf eine Platine, wodurch ein Schaltkreis mit abwechselnd blinkenden Lämpchen entstand. Als aber der Auszubildende André ihr anbot, das Versuchsobjekt mitzunehmen, winkte sie ab: „Ach nein, danke.“

Lehrer Wolfgang Ehlert von der Luise- und Wilhelm-Teske-Oberschule erwartete gar keine sofortige Begeisterung. Aber: „Die Mädchen müssen früh an Berufe herangeführt werden. Der Berufsorientierungsunterricht in der 9. Klasse kommt zu spät.“ Insgesamt besuchten mehrere hundert Schülerinnen die BVG-Lehrstätte. Stadtweit informierten sich laut PDS-Wirtschaftssenator Harald Wolf mehr als 6400 junge Berlinerinnen in 150 Firmen.

„Traut euch an die Technik“, wirbt die BVG nicht nur am Girls’ Day. Ab September will sie wieder 100 Schulabgänger in zehn Berufen ausbilden – darunter Industriemechaniker/innen, Kaufleute, IT-Systemelektroniker und die (in der Regel männlichen) Gleisbauer. Voraussetzung ist der erweiterte Hauptschulabschluss. In manchen Gruppen stellen junge Frauen schon ein Drittel der derzeit 450 Azubis.

BVG-Mechatroniker, intern „Metros“ gerufen, müssen sich mit Mechanik und Elektronik auskennen. „Wir kümmern uns etwa um Fahrkartenautomaten“, sagte die Auszubildende Germania Schulte. Auch die Instandhaltung von Rolltreppen und Signalen gehört zum Beruf. Germania hatte sich schon in der Schule für Physik begeistert. Ihre Kollegin Mariana wurde durch die Arbeit ihres Vaters als Kfz-Elektriker geprägt. Ein hoher Frauenanteil habe einen positiven Begleiteffekt, fand ein Ausbilder: „Die Jungs benehmen sich viel besser.“CD

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