Berlin : Technikmuseum: Abgeordnete streiten um Grundstückskauf

Matthias Oloew

Die Opposition im Abgeordnetenhaus will die Entscheidung über den Grundstückskauf für das Deutsche Technikmuseum noch einmal vertagen. „Der städtebauliche Vertrag liegt noch nicht vor, es sind wesentliche Fragen unbeantwortet“, sagt der Finanzexperte der Grünen, Oliver Schruoffeneger. Der Hauptausschuss soll in seiner heutigen Sitzung den umstrittenen Kauf absegnen. So sieht es eine Vorlage des Senats vor.

Der Direktor des Technikmuseums, Dirk Böndel, unterstreicht hingegen die Bedeutung des Grundstückskaufs für das Museum: „Wir benötigen dieses Grundstück dringend, um unsere Ausbaupläne umzusetzen, die das Abgeordnetenhaus 1982 beschlossen hat.“ Auf dem Areal stehen Lagerschuppen – Rudimente des ehemaligen Anhalter Güterbahnhofs. In einem dieser jeweils etwa 800 Quadratmeter großen Schuppen will das Museum im Dezember eine Schau zum Thema „Autos in Berlin“ eröffnen. Nach und nach sollen in weiteren Schuppen Ausstellungen zum Thema Energie und Mobilität hinzukommen. Langfristig soll der Kopfbau des ehemaligen Bahnhofs wieder entstehen und so zum eigentlichen Hauptgebäude des Museums werden. Böndel rechnet mit Investitionen von 60 Millionen Euro. Den Bau sollen Partner und Sponsoren kofinanzieren.

Grundlage dafür ist, dass dem Museum die rund 3,5 Hektar große Fläche zugeschlagen wird. Derzeit befindet sich das Areal noch im Besitz des Immobilienentwicklers Vivico. Um den Bau eines Aussichtsrades an der Stelle zu verhindern, hatte das Museum, wie berichtet, einen Sponsor aus England ins Boot geholt, der rund 5,5 Millionen Euro für den Kauf des Grundstücks zu Verfügung stellen wollte, um den Ausbau des Museums zu sichern. Der Mäzen zahlte jedoch nicht, nun springt Berlin in die Bresche.

Mutmaßungen des Abgeordneten Schruoffeneger, das Museum habe sich die Gunst des Mäzens durch die Dauerleihgabe zweier Kampfflugzeuge aus dem Zweiten Weltkrieg gesichert, weist Böndel zurück. Die Flugzeuge hängen in der Dauerausstellung des Museums. Auf seine Einladung an den Abgeordneten, sich die Flugzeuge anzuschauen und seine Mutmaßungen zurückzunehmen habe er bis heute keine Antwort erhalten. Schruoffeneger sagt: „Ich habe bis heute keinen Brief aus dem Technikmuseum erhalten.“

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