Berlin : Technikmuseum: Bahn will 50 000 Mark für den Gleisanschluss

Klaus Kurpjuweit

Ein Prunkstück des Deutschen Technikmuseums am Gleisdreieck ist die Eisenbahnsammlung in den wiederaufgebauten Lokomotivschuppen des Anhalter Bahnhofes, mit dem das Museum zumindest indirekt auch für die Bahn AG wirbt. Die Gegenleistung der Bahn sieht zur Zeit so aus: Sie will für den Gleisanschluss in Zukunft 50 000 Mark im Jahr haben, und bei ihren Bebauungsplänen für das Gleisdreiecksgelände sind die Erweiterungspläne des Museums, wie berichtet, nicht mehr enthalten. Dies könnte für das Land am Ende teuer werden, wenn das Museum nicht unvollendet bleiben soll.

Das Technikmuseum steckt ohnehin tief in der Finanzklemme. Für den im nächsten Jahr fertig werdenen Neubau fehlt das Geld fürs erforderliche Aufsichtspersonal und für die Einrichtung. Nicht nur deshalb hat das Museum schon seit langem seine Fühler ausgestreckt, um die von Anfang an des 1982 gegründeten Museums geplante dritte Ausbaustufe privat finanzieren zu lassen. Der Neubau für die Luft- und Schifffahrtssammlung wird dagegen nur von den Baufirmen vorfinanziert und muss später aus der Landeskasse beglichen werden.

Interesse an einer Privatfinanzierung des dritten Abschnittes, zu dem der Wiederaufbau des für den Bau der U-Bahn-Linie U 7 abgerissenen so genannten Kopfbaus des Anhalter Güterbahnhofs und die Sanierung der anschließenden beiden Lagerschuppen gehört, gibt es bereits, wie verlautet. Geplant ist, die Lagerschuppen für ein Hotel aufzustocken. Der Bauherr würde dann den Museumsteil darunter mitfinanzieren. Er soll die Autosammlung aufnehmen, die jetzt noch meist unzugänglich in Depots untergebracht ist. Die Pläne der Bahn für eine Wohnungsbebauung auf dem Gleisdreieck durchkreuzen jetzt dieses Vorhaben.

Dabei sei es für das Museum enorm wichtig, endlich auch seine umfangreiche Auto- und auch Fahrradsammlung zeigen zu können, sagt Museumsdirektorin Lieselotte Kugler. Sie will für das Museum Sponsoren gewinnen, was in der durchaus interessierten Autobranche aber fast unmöglich sei. "Wer uns Geld gibt, will auch etwas von seinen Produkten sehen", sagt Kugler.

Die Eisenbahnsammlung dagegen ist schon da, und so kann die Bahn sogar Geld vom Museum fordern. 50 000 Mark jährlich will sie für den Gleisanschluss über die Yorckbrücken zum Museumsgelände haben, den die Bahn komplett aufgeben will. Das Museum will darauf aber nicht verzichten. Über das Gleis sollen nicht nur weitere Museumsstücke zum Lokomotivschuppen rollen, das Museum will in Zukunft auch Sonderfahrten zum und vom Museumsgelände organisieren oder Züge dort nur vorübergehend ausstellen. "Darauf sind wir angewiesen", sagt Museumsspecherin Maria Borgmann. Doch auch diese Werbung fürs Museum - und damit auch für die Bahn - hängt vom Entgegenkommen eben dieser ab.

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