Berlin : Techno adieu – Ewerk ist jetzt schick

-

Eine Party im EWerk, ein DJ namens Paul van Dyk legt auf. Anfang der 90er Jahre war das ein Geheimtipp, da war Techno noch neu. Am morgigen Freitag ist wieder Party im Ewerk (inzwischen ohne Bindestrich), wieder legt Paul van Dyk auf. Aber längst ist alles anders.

Acht Jahre lang hatte die Disko an der Wilhelmstraße geschlossen. In dieser Zeit haben sich Techno und Love Parade überlebt, wurde Paul van Dyk zum Star – und die ehemalige Disko aufwändig renoviert. Und so darf ein bisschen Erinnerung auch sein, wenn nun erstmals wieder geladen wird. Aber nur ein bisschen. So wollen es die Macher. „Die Techno-Zeiten sind vorbei. Es wäre langweilig und nicht glaubwürdig, den alten Mythos wiederbeleben zu wollen“, sagt Ralf Regitz. Er muss es wissen. Er hat als einer der Love-Parade-Veranstalter den Mythos mitbegründet.

Schon äußerlich hat das ehemalige Abspannwerk kaum noch etwas zu tun mit der Disko von vor zehn Jahren, deren Charme das Marode ausmachte. Das Erdgeschoss ist aufwändig und schick hergerichtet: Eine leere Halle, bis unter die Decke weiß gekachelt, geputzte Stahlträger; die Toiletten sind mit grünlich schimmernden Milchglasscheiben verkleidet. Auf dem Dach bietet eine 420 Quadratmeter große Terrasse einen hübschen Blick über die ganze Stadt. Vier Jahre hat der Umbau gedauert, über die Kosten wird hartnäckig geschwiegen.

Ralf Regitz und Silke Friedrich wollen nun das neue Ewerk als „exklusiven Veranstaltungsort“ etablieren. Seit Juni feiern dort Firmen, Parteien oder wer es sich sonst noch leisten kann. Und die Popkomm-Abschlussparty ist eine Art Testlauf für das, was Regitz „die zweite Stufe der Wiedereröffnung“ nennt: Ab 2006 will er ausgesuchte öffentliche Events zu Gast haben. „Wir verhandeln gerade darüber, eine Berlinale-Veranstaltung ins Ewerk zu holen“, sagt Regitz. mne

Die Popkomm-Abschlussparty beginnt um 22 Uhr, Eingang: Mauerstr. 78-79, Karten an der Abendkasse (25 Euro)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben