Berlin : Technoclub Tresor bleibt vorerst geschlossen

Polizei stellte 105 Ecstasypillen und 166 Gramm Haschisch sicher

Tanja Buntrock

Der Techno-Club Tresor in der Leipziger Straße in Mitte bleibt vorerst geschlossen. Wie lange, das hänge davon ab, „wie schnell die Polizei einen gerichtsverwertbaren Abschlussbericht vorlegt“, sagte der Wirtschaftsstadtrat des Bezirks, Dirk Lamprecht, gestern dem Tagesspiegel. Er gehe aber nicht davon aus, dass am Mittwoch, dem nächsten regulären Öffnungstag, wieder Tanzbetrieb ist.

Die Polizei hatte die Disko, wie berichtet, nach einer Drogen-Razzia am Wochenende versiegelt. 300 Beamte hatten rund 400 Personen sowie Räumlichkeiten durchsucht. Ergebnis: 105 Ecstasy-Pillen, 166 Gramm Haschisch, geringe Mengen Marihuana und Amphetamine. In 16 Fällen konnten die Besitzer zugeordnet werden, sie erhielten Strafanzeige. Einer dieser 16 Leute gilt als Händler: In seiner Wohnung fanden die Beamten zudem 92 Ecstasy-Pillen, 20 Gramm Amphetamine und drei Gramm Cannabis. In der Disko nahm die Polizei einen Mann fest – ein Zufallstreffer: Er wurde mit Haftbefehl aus Aurich (Ostfriesland) wegen einer offenen Reststrafe von 14 Monaten wegen eines Rauschgiftvergehens gesucht. „Unsere polizeiliche Erkenntnislage hat für den Durchsuchungsbeschluss gereicht“, sagte der Dezernatsleiter für Organisierte Kriminalität, Markus Henninger. „Wie man sieht, hat sich unser Verdacht ja auch bestätigt.“

Diese Zufriedenheit wird im Bezirksamt Mitte nicht ganz geteilt. Das dortige Wirtschaftsamt ist für die gaststättenrechtliche Erlaubnis des Clubs zuständig. Deshalb entscheidet Stadtrat Dirk Lamprecht über das Wohl und Wehe der berühmten Techno- Disko. „Leider liegt mir bislang nur ein Fax der Polizei vor, in dem steht, dass bei der nächtlichen Durchsuchung Betäubungsmittel gefunden worden sind“, sagte Lamprecht. Das sei aber noch „zu dünn“, um etwas zu beschließen. Er hoffe, dass die Polizei „so schnell wie möglich“ gerichtsverwertbare Fakten zur Verfügung stellt.

Tresor-Geschäftsführerin Regina Baer hat einen Anwalt eingeschaltet. „Ich versuche, seit heute früh in den Club zu kommen, um die Lichtanlage auszustellen“, sagte sie Montagnachmittag. Sie habe sich nichts vorzuwerfen, sagte Baer. Allerdings beklagt sie, dass die Polizeibeamten nach der Durchsuchung noch eine Kiste mit Personalausweisen und Portemonnaies beschlagnahmt haben. „Die Ausweise und Geldbörsen stammen aus unserer Fundkiste“, so Baer.

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar