Berlin : Telebus per Taxiruf

City-Funk übernimmt den Behindertenfahrdienst. Er soll auch kurzfristig bestellt werden können

Klaus Kurpjuweit

Für den Behinderten-Fahrdienst Telebus ist nach Tagesspiegel-Informationen nach langem Hin und Her jetzt eine Lösung gefunden worden. Die Fahrten sollen demnach ab 1. Juli über die Taxizentrale „City-Funk“ bestellt werden. Bisher hatte die Senatssozialverwaltung damit die BVG beauftragen wollen, die davon allerdings nicht begeistert war und zuletzt einen geharnischten Brief an die Sozialverwaltung geschrieben hatte. Der Vertrag mit dem bisherigen Telebus-Betreiber, dem Zentralausschuss für soziale Aufgaben (BZA), war gekündigt worden.

„City-Funk“ will den Telebus-Nutzern in Zukunft auch kurzfristige Bestellungen ermöglichen und weg von der bisherigen Zwei-Wochen-Frist. Möglich macht dies die GPS-Technik, die „City-Funk“ als erste Taxirufzentrale in Berlin schon vor Jahren installiert hat. Die Zentrale ist damit in der Lage, von jedem der derzeit angeschlossenen 300 Taxis den aktuellen Standort zu ermitteln und bei Bestellungen entsprechend zu disponieren.

Ähnlich soll das System in Zukunft auch beim Telebus funktionieren. Die Fahrtrouten mit mehreren Bestellungen müssen dann nicht mehr langfristig festgelegt werden. Statt dessen kann die GPS-Zentrale bei einem Fahrtwunsch schnell feststellen, ob ein Telebus in der Nähe ist und ihn dann zum Kunden schicken. Die Telebusse müssen allerdings dann GPS-Anlagen einbauen.

Die neue Betriebsform wird zunächst bis 31. Januar 2006 innerhalb des von der EU geförderten Forschungsprojekts „Tellus“ erprobt. „Tellus“ soll innovative Lösungen testen, mit denen die Mobilität in den Städten erhöht werden kann. Danach könnte auch die Leistung der Bestellzentrale ausgeschrieben werden – wie bereits jetzt der Fahrdienst für den Telebusbetrieb. Statt rund 140 Autos sollen in Zukunft nur noch 80 bis 90 benötigt werden, was die Kosten senkt. Auch „City-Funk“ will mit erheblich weniger Personal auskommen als bisher die BZA.

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