Berlin : Telekom soll 7000 Mark für "soziale Hilfsaktion" erlassen

dva

Mit einer Pistole bewaffnet stürmte am Donnerstag ein Mann in das Studio des Berliner Nachrichtensenders n-tv. Der 23-jährige Christoph K. setzte sich während der Livesendung "Berlin am Morgen" neben den Moderator. K. zog die Waffe, richtete sie auf sich selbst und drohte damit, sich zu erschießen, falls nicht sofort ein Kontakt zur Telekom hergestellt würde. Christoph K. verlangt von der Telekom, ihm eine Telefonrechnung in Höhe von 7000 Mark zu erlassen. Die Kosten seien entstanden, weil er nach dem Erdbeben in der Türkei eine "Hotline" für Angehörige und Freunde von Opfern eingerichtet habe. Dass er nun für die "soziale Hilfsaktion" aufkommen solle, sehe er nicht ein. Er habe nur noch diesen Weg gesehen, auf sich aufmerksam zu machen.

N-tv-Chefredakteur Helmut Brandstätter verhandelte mit dem Eindringling über Lautsprecher und Mikrofon aus einem benachbarten Studio. K. glaubte, die ganze Zeit auf Sendung zu sein. Die Regie hatte jedoch sofort ein anderes Programm eingeblendet, so dass die Zuschauer nichts von dem Überfall bemerkten. Mitarbeiter des Senders wurden von K. nicht bedroht. Brandstätter bewegte den "verzweifelt" wirkenden Mann dazu, die Waffe schließlich wegzulegen. Als Brandstätter die Studiotür öffnete, stürmte hinter ihm ein polizeiliches Sondereinsatzkommando ins Studio und nahm K. fest. Die Waffe erwies sich als nicht geladene Schreckschusspistole. Christoph K. wurde nach einer Vernehmung vorläufig wieder freigelassen. Der Nachrichtensender hat Anzeige wegen Nötigung und Hausfriedensbruch gestellt.

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