Tempelhof 2.0 : Guerillataktik gegen Wowereit

Weiterführung der Politik mit anderen Mitteln: Während der Bürgermeister im Internet seine Rede hält, werben die Befürworter des Flughafens Tempelhof für einen Weiterbetrieb.

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Ausgetrickst. Während Berlins Regierender Bürgermeister im Internet seine Rede hält, werben die Befürworter des Flughafens...Foto: ddp

BerlinBefürworter des Berliner Flughafens Tempelhof haben auf dem offiziellen Internetportal des Landes Berlin für eine Offenhaltung des Airports geworben. Das Banner sei bei berlin.de gebucht und auch bezahlt worden, sagte der Kampagnenleiter der Interessengemeinschaft City-Airport Tempelhof (ICAT), Matthias Wambach. Er sprach von einem gelungenen Coup. Wenn die Betreiber der Seite das gestatten, "dann sei das deren Pech".

Nach den Worten Wambachs wurde der ICAT mitgeteilt, dass die Werbung "aus politischen Gründen gestoppt" wird. Ein Sprecher der Agentur Publicis Consultant hatte zunächst gesagt, bei der Werbung handele es sich um eine um sogenanntes Guerilla-Marketing. Die Gegner des Flughafens, das "Bündnis für ein flugfreies Tempelhof" (BIFT), hätten in den vergangenen Tagen die gesamte Stadt plakatiert. Mit der Aktion beginne nun der "Gegenangriff".

Banner auf der Webseite wurde nach einer Stunde entfernt

Auf der Website, auf der am Dienstagmittag die Rede des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD) zur Markenkampagne der Stadt "Be Berlin" live übertragen wurde, warb über eine Stunde lang ein großes Banner für ein Ja beim Volksentscheid am 27. April zum Weiterbetrieb des innerstädtischen Airports. Gegen 13.15 Uhr wurde es entfernt.

In Anlehnung an die Werbestrategie des Landes stand dort "Be Berlin. Be Tempelhof". Auch vor dem Roten Rathaus, wo der Regierende Bürgermeister ab 12.30 Uhr seine Rede vor über 300 Gästen hielt, stand ein Plakat mit gleichem Slogan.

Der Senat lehnt einen Weiterbetrieb Tempelhofs ab, weil dieser seiner Ansicht nach die Rechtsgrundlage zum Bau des Großflughafens Berlin Brandenburg International (BBI) in Schönefeld gefährden würde. Für die Offenhaltung des Verkehrsflughafens setzt sich die ICAT ein, die von CDU und FDP unterstützt wird. (ml/ddp)

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