Tempelhof : Ab Mai gibt es Löcher im Airportzaun

Das Tempelhofer Feld soll am 8. Mai für die Berliner geöffnet werden, und zwar an vorerst fünf Stellen. Damit keine "zweite Hasenheide" entsteht, sind Wachschützer dabei.

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Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Das Tempelhofer Feld soll am 8. Mai für die Berliner geöffnet werden, und zwar an vorerst fünf Stellen. Ein sechster „direkter“ Zugang durch das Flughafengebäude hindurch könnte bis Ende des Jahres entstehen – sofern dies mit der Nutzung der Hangars etwa durch die Modemesse Bread & Butter zu vereinbaren ist. Dies sagte Senatsbaudirektorin Regula Lüscher am Montag im Abgeordnetenhaus.

Damit keine „zweite Hasenheide“ entsteht, wie Vertreter der Opposition es formulierten, sollen Wachschützer diese kontrollierte Öffnung begleiten. Denn Lüscher zufolge ergab die Auswertung der Fragebögen, die rund 5000 Anlieger und Besucher ausgefüllt hatten, dass Sicherheit und Sauberkeit auf dem Flugfeld ganz oben auf deren Wunschliste stehen. Deshalb plant der Senat auch den Einsatz von sogenannten Parkguides, die Besucher über das Feld lotsen sollen. Außerdem werde das 300 Hektar große Areal nachts geschlossen

Als die „herausragende Aufgabe“ nannte Lüscher die Finanzierung durch den mit der Entwicklung beauftragten Träger des Flugfeldes. Dieser wird geführt von den Männern, die bereits erfolgreich das Gewerbegebiet „Wista“ in Adlershof entwickelt hatten. Der Entwicklungsträger soll einen weiteren Dienstleister damit beauftragen, bestehende und neue Zwischennutzungen zu koordinieren. Bisher übernimmt die landeseigene „Berliner Immobilien Management“ (BIM) diese Aufgabe. Auch das Management des Flughafengebäudes soll ausgeschrieben werden.

Damit die Kosten für die Entwicklung des Areals den Haushalt nicht belasten und auch nicht aus dem Ruder laufen, soll der neue Entwicklungsträger zunächst eine Kostenplanung vorlegen. Geplant ist, diese Aufwendungen dann durch den Verkauf von Grundstücken auf dem Areal zu finanzieren.

Streit, vor allem mit der Grünen-Fraktion, gab es am Montag über den Standort der „Zentral- und Landesbibliothek“ (ZLB). Der Neubau entsteht am S- und U-Bahnhof Tempelhof. Die Wahl dieser „Randlage der Innenstadt“ nannte Franziska Eichstädt-Bohlig „völlig falsch“, zumal die ZLB als „Trüffelschwein für Gewerbeansiedlung“ fungieren solle. Doch der Senat hat sich festgelegt und Lüscher zufolge soll die ZLB der erste Baustein eines „Bildungsquartiers“ werden, in dem sich zum Beispiel auch Verlage ansiedeln könnten.

Dabei hat der Senat wohl auch die Stärkung der Wohnquartiere im Süden des Flughafens im Sinn, die in der Nähe von Neukölln liegen und nicht zu den Begünstigten auf der sozialen Landkarte der Stadt zählen. Lüscher jedenfalls nannte „Integration und die soziale partnerschaftliche Stadt“ als eines der beiden großen Themen bei der Entwicklung des Flugfeldes, die klimagerechte Sanierung des Gebäudes ein weiteres. ball

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