Berlin : Tempelhof-Schöneberg: Mit 7 Kilometern Akten umgezogen

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Nach zwei Jahren der Vorbereitung und vier Wochen Umzugsstress sind in Tempelhof-Schöneberg, dem bevölkerungsreichsten Bezirk der Stadt, die beiden Verwaltungen der früheren Solobezirke zu einer zusammengelegt. Gut 900 Beschäftigte mussten seit Anfang März ihre Kisten packen und in andere Diensträume ziehen. 12 300 Umzugskartons wurden transportiert, über sieben Kilometer Akten verlagert. 400 000 Mark habe der Umzug gekostet, sagte gestern Baustadtrat Gerhard Lawrentz (CDU). Dazu kommen noch einmal 1,1 Millionen für Umbauten und die Renovierung einiger Büros - unter anderem die der Stadträte.

"Die Mission ist erfüllt, alles in trockenen Tüchern", sagte Lawrentz. Allerdings seien etwa die Hälfte der rund 750 Computerarbeitsplätze noch nicht voll einsatzbereit. Es gebe nicht genügend Computerfachleute im Rathaus, und von denen, die es gibt, seien viele krank, hieß es. Stellenweise arbeite die Bezirksverwaltung deshalb noch "auf reduziertem Niveau". Entspannt habe sich hingegen die Situation in der Telefonzentrale des Rathauses. Bereits Ende vergangenen Jahres hatten etwa 2000 der rund 4000 Beschäftigten des Bezirks neue Nummern erhalten. Bis zu 7000 Anfragen, wer wie zu erreichen ist, mussten die Telefondamen zeitweise täglich beantworten. Trotz Besserung soll noch im Frühjahr jeder Haushalt per Postwurfsendung über die neuen Nummern und Anschriften informiert werden.

Durch den Umzug sei es zu "erheblichen Einschränkungen" gekommen, sagte Lawrentz. Dienststellen mussten bis zu zwei Wochen geschlossen werden. Es gab häufig keinen Zugriff auf Akten. Interne Post kam oftmals nicht dort an, wo sie sollte. Nur im Standesamt im Rathaus Schöneberg ist noch nicht alles geschafft. Dort wartet man noch auf eine neue "Rollregalanlage" für Akten. Kosten: 300 000 Mark.

Von den 17 Verwaltungsstandorten sollen zwei gemietete Häuser zum Jahresende aufgegeben werden. Dafür soll noch in diesem Jahr ein neues Bürgeramt in der Briesingstraße in Lichtenrade eröffnet werden. Durch die Schließungen hofft der Bezirk, 400 000 Mark im Jahr sparen zu können.

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