Tempelhof-Schöneberg : SPD wählt Dilek Kolat zur Kreischefin

Arbeitssenatorin Dilek Kolat ist in Tempelhof-Schöneberg am Sonnabend als Kreisvorsitzende wiedergewählt worden. Ein Ergebnis, aus dem sich auch Schlüsse für den Kampf um den Landesvorsitz der SPD ziehen lassen.

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Berlins Arbeitssenatorin Dilek Kolat
Berlins Arbeitssenatorin Dilek KolatFoto: dpa

Arbeitssenatorin Dilek Kolat ist als Kreisvorsitzende der SPD Tempelhof-Schöneberg am Sonnabend wiedergewählt worden. Für sie stimmten 76 Delegierte, die Gegenkandidatin Anett Baron kam auf 52 Stimmen. Da die Unterstützer Kolats als Anhänger des SPD-Landeschefs Jan Stöß gelten, das Lager um Baron eher hinter Fraktionschef Raed Saleh steht, gehört wohl auch Stöß zu den Gewinnern der Kreisdelegiertenversammlung. Er kann nun auf dem Landesparteitag am 17. Mai, auf dem er wieder als Landesvorsitzender kandidiert, auf die Mehrheit der Stimmen aus Tempelhof-Schöneberg zählen.

Vor der Wiederwahl Kolats hatte es heftige Kontroversen im zerstrittenen Bezirksverband gegeben. Die Gegner der Kreisvorsitzenden um den Friedenauer Ortsverbandschef Serge Embacher hatten mit einer Wahlanfechtung erreicht, dass die Nominierung der Delegierten für den Kreisparteitag in Tempelhof-Schöneberg wiederholt werden musste. Das geschah am Freitag. Mit dem Ergebnis, dass die Gruppe um Embacher auf der Mitgliederversammlung in Friedenau dem Vernehmen nach nur noch 29 von 105 Mitgliedern hinter sich scharen konnte. Dies sicherte am Sonnabend Kolat die Mehrheit von 58 Prozent.

Nach der Wiederwahl forderte Kolat ihre Genossen im Kreisverband und auf Landesebene auf: „Wir müssen wieder zu einem anderen Umgang miteinander kommen“. Der Versuch, „hinten herum“, ohne Einbeziehung der Mitglieder und mit verspäteten Kandidaturen „Machtspielchen zu betreiben“, komme nicht nur an der Parteibasis, sondern auch bei den Bürgern schlecht an, sagte Kolat dem Tagesspiegel. Damit meinte sie sowohl ihre unterlegene Gegenkandidatin für den Kreisvorsitz, Anett Baron, wie auch SPD-Fraktionschef Raed Saleh, der seit zwei Wochen offen hält, ob er auf dem Parteitag am 17. Mai für den SPD-Landesvorsitz kandidieren wird.

Ob Kolats Erfolg in Tempelhof-Schöneberg die Wahl des künftigen Landesvorsitzenden mitentscheidet, könnte sich bereits am Montag zeigen. SPD-Landeschef Stöß hatte seinen Gegenspieler Saleh schon am Freitag eingeladen, an der Sitzung des Geschäftsführenden Landesvorstandes am Montag teilzunehmen. kt/za

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