Tempelhof : Sportler besetzen den Flughafen

Vereine sollen Teilflächen ab Herbst nutzen können.

Ralf Schönball
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Tennis, Softball, Baseball, vielleicht Basketball und möglicherweise auch Inline-Skating – der Senat gibt Teile des früheren Flughafens Tempelhof für Berliner Sportler frei. Ein unterschriftsreifer Vertrag mit dem Verein „Turngemeinde in Berlin“ (TiB) liegt dem Vernehmen nach vor. „Die Sportvereine werden noch in diesem Jahr von der Teilöffnung des Flughafengeländes profitieren“, sagte die Sprecherin der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Manuela Damianakis, am Montag.

Schrittweise sollen danach weitere „Teilflächen für parkähnliche Nutzungen“ geöffnet werden. Eine unkontrollierte Öffnung ist aus Sicht von Planern nicht zu vertreten: Der bauliche Zustand von Bunkern, Gebäuden und einigen Wegen auf dem Areal sei schlecht, es bestünden Verletzungsgefahren. Deshalb wird auch die erste Sportfläche, die freigegeben wird, durch einen neuen Zaun vom übrigen Gebiet getrennt.

„Es ist ein erster Schritt und das richtige Signal“, sagte Thomas Härtel von der Senatsverwaltung für Inneres. Weitere, für den Sport nutzbare Flächen würden folgen. Sogar eine Bahn für Inline-Skater auf dem ganzen Areal sei denkbar. Doch diese müsse in die Planungen für die Internationale Gartenbauausstellung und für Neubauten am Rande des Areals eingepasst werden.

Auch über eine Öffnung des Gebietes am Tempelhofer Damm wird diskutiert. Dort, wo später einmal die neue Landeszentralbibliothek entstehen soll, gibt es bereits U- und S-Bahnhöfe – und vor allem einen bereits bestehenden Zugang. Diesen nutzten die Alliierten, um mit Versorgungsfahrzeugen auf die Patrouillen-Straßen zu gelangen. Diese verlaufen am Zaun entlang und sind ideal für Inline-Skater.

Die am Tempelhofer Damm auf dem Flughafen-Gelände bereits vorhandenen Bauten könnten als Station für die Ausleihe von Sportgeräten dienen und vielleicht auch als Café . Allerdings steht die Senatskanzlei diesen Plänen noch skeptisch gegenüber: Man befürchte, dass eine solche kommerzielle Zwischennutzung nicht mehr von dem Gebiet wegzukriegen ist, wenn sie wirtschaftlich erfolgreich ist und viele Besucher anzieht, heißt es. Deshalb wird auch der Verein Turngemeinde in Berlin einen Vertrag erhalten, der maximal drei Jahre läuft. Denn auf diesen Flächen sollen langfristig Wohnhäuser entstehen: Vor kurzem wurden städtebauliche Entwürfe für ein „Columbia-Quartier“ vorgestellt, in denen diese Sportflächen nicht vorgesehen sind.

„Wir bieten die Sportarten auch auf unserem Vereinsgelände auf der anderen Seite des Columbiadamms an“, sagt Michael Grabitz, Vorstandsmitglied der TiB. Weil der Verein gut besucht ist, seien die neuen Plätze eine wichtige Ergänzung. Grabitz rechnet damit, im September nach der Übergabe des Flughafens vom Bund an das Land zum Zuge zu kommen. Der Verein übernehme die Pflege von Rasen und Plätzen und habe die Schlüsselgewalt. Ralf Schönball

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