Tempelhof : Wowereit lehnt TV-Duell mit Pflüger ab

Im parteipolitischen Hickhack um die Zukunft des Flughafens Tempelhof hat CDU-Oppositionsführer Pflüger einen Korb von Bürgermeister Wowereit erhalten. Dessen Sprecher ließ durchblicken, dass Wowereit seine Meinung auch bei einem "Ja" für den Weiterbetrieb nicht ändern werde.

Wowereit und Pflüger
Wowereit und Pflüger beim TV-Duell vor der Abgeordnetenhauswahl 2006. -Foto: dpa

Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) wird nicht zu einem TV-Duell gegen den CDU-Fraktionschef Friedbert Pflüger antreten, um über die Zukunft des Flughafens Tempelhof zu diskutieren. „Die Christdemokraten wollen aus einer Sachfrage offenbar einen parteipolitischen Schlagabtausch machen“, begründete Senatssprecher Richard Meng die Ablehnung. Wowereit werde die Forderung des CDU-Generalsekretärs Frank Henkel nach einem Fernsehduell nicht ernsthaft prüfen.

Die Frage, ob Tempelhof offen gehalten oder geschlossen werde, sei sehr wohl eine politische Frage, konterte Henkel. Es sei auch unerträglich, dass der Senat die Befürworter des Volksentscheids im Vorfeld der Abstimmung demotiviere: Mit der Entwidmung des Geländes, der Entmietung des Flughafengebäudes und der Änderung des Flächennutzungsplans, die am Dienstag angekündigt worden ist. Die Bevölkerung habe aber Anspruch darauf zu erfahren, wie der Senat nach der Abstimmung am 27. April mit ihren Stimmen umgehe.

Meng entgegnete, der Senat habe durchaus Respekt vor dem Volksentscheid – auch wenn es ein „nach hinten gerichtetes Begehren“ sei. Doch letztlich werde es Sache des Regierungshandelns sein, die Argumente sorgfältig abzuwägen, zu entscheiden „und die Verantwortung für das zu übernehmen, was passiert“. Es liege auch auf der Hand, „dass die Argumente nach dem Volksentscheid keine anderen sein können als vorher“, sagte Meng.

Das letzte Fernsehduell zwischen Wowereit und Pflüger liegt eineinhalb Jahre zurück. Vor der Abgeordnetenhauswahl 2006 traten beide Spitzenpolitiker im RBB-Fernsehen gegeneinander an. „Alphatier gegen Hundeblick“, schrieb damals ziemlich böse der „Spiegel“. „Pflüger vergibt seine Chance“, urteilte der „Focus“. Aber es sieht so aus, als bekäme Pflüger vorerst keine Möglichkeit, den damaligen Eindruck zu korrigieren.

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