Berlin : Tempo 30 ganz ohne Schilder

Leipziger Straße soll neue Ampelschaltung erhalten

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Der Senat will den Autofahrern Tempo 30 beibringen – und das ganz ohne Schilder. Bei einem Pilotprojekt sollen im Herbst auf der Leipziger Straße die Ampeln so umprogrammiert werden, dass sich auf den rund 1,5 Kilometern zwischen Potsdamer Platz und Spittelmarkt eine Grüne Welle bei Tempo 30 ergibt.

Die Verkehrsverwaltung will testen, ob sich Autofahrer intuitiv an die neue Situation anpassen und langsamer, aber gleichmäßiger fahren. Tempo 50 sei in der chronisch zugestauten Ost-West-Verbindung ohnehin kaum möglich, argumentiert die Verwaltung. Untersucht werden soll vor allem, ob Lärm- und Abgasbelastung durch den möglicherweise ruhigeren Verkehrsfluss abnehmen. Beide sind auf der teils sechsspurigen Strecke extrem hoch.

Allerdings wird auch in der Verwaltung nicht ausgeschlossen, dass die zunächst geplante Befristung auf sechs Wochen zu kurz für jeglichen Nutzen sein könnte. Eine Verlängerung ist deshalb ebenso denkbar wie die nachträgliche Montage von 30er-Schildern für die Versuchsdauer. Entschieden sei aber noch nichts. Ein Abbruch des Versuchs im Falle von völligem Verkehrschaos ist offenbar ebenso denkbar wie eine Ausweitung auf andere Straßen im Erfolgsfall.

Das Pilotprojekt ist Teil eines von EU und Bundeswirtschaftsministerium finanzierten Projekts, für das sich Berlin und Brandenburg nach Auskunft einer Verwaltungssprecherin als Interessenten gemeldet haben. In Berlin soll auch der Verkehrsfluss bei verschiedenen Ampelschaltungen rund um die Straße des 17. Juni untersucht werden – speziell bei Großveranstaltungen. obs

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