Berlin : Tempodrom-Affäre: Strieder soll aussagen

Kein schnelles Ergebnis: Ausschuss muss 1000 Aktenordner sichten

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Gründlichkeit vor Schnelligkeit – das Motto des CDUParlamentariers Michael Braun ist inzwischen zum inoffiziellen Credo des Tempodrom-Untersuchungsausschusses geworden, den Braun im Abgeordnetenhaus leitet. Auch am Montag, nach ihrer zweiten nicht öffentlichen Sitzung, warben Braun und die Vertreter der fünf Parlamentsparteien vor der Presse um Verständnis dafür, dass die Aufarbeitung der Affäre um die Finanzierung des Veranstaltungsbaus länger als im Februar vom Parlament beschlossen dauern wird. Damals war ein Abschlussbericht bis zum Oktober erwartet worden.

Das wird nicht zu schaffen sein, sind sich Braun und seine Kollegen jetzt nach Durchsicht der ersten Akten sicher. Alleine der Umfang des zu bearbeitenden Materials spräche dagegen. 283 Aktenordner haben die Abgeordneten bislang aus der Verwaltung und von der Staatsanwaltschaft bekommen. Dazu kämen unter anderem aus dem Bestand der Staatsanwaltschaft weitere 85 Umzugskartons mit je zehn bis zwölf Aktenordnern, die noch gesichtet werden müssen.

Immerhin konnten sich die Ausschussmitglieder gestern bereits einigen, wen sie bei ihrer nächsten – dann öffentlichen – Sitzung als erste Zeugen vernehmen wollen: Am 17. Mai sollen die Tempodrom-Gründer Irene Moessinger und Norbert Waehl sowie der Kabarettist Arnulf Rating befragt werden. Damit erhoffen sich Braun und Kollegen Aufklärung über das „finanzielle Geflecht“ des Veranstaltungsbaus. Dessen Kosten hatten sich, wie berichtet, während der Bauphase in den Jahren 2000/2001 nahezu verdoppelt und lagen am Schluss bei mehr als 30 Millionen Euro, größtenteils öffentliche Gelder. Als weitere Zeugen sollen in den Folgemonaten auch Ex-Senator Peter Strieder und andere Politiker befragt werden. Termine dafür stehen aber noch nicht fest. lvt

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