Berlin : Tempodrom: Anklage gegen einstige Chefin

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Fast drei Jahre nach Beginn der Tempodrom-Affäre könnte den Gründern des finanziell außer Kontrolle geratenen Veranstaltungsbaus am Anhalter Bahnhof jetzt der Prozess gemacht werden. Nach Informationen des Tagesspiegels hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen die frühere Tempodrom-Chefin Irene Moessinger und ihren Geschäftspartner Norbert Waehl erhoben. Offiziell bestätigte das bislang keiner der Beteiligten.

Im Rahmen der Ermittlungen gegen Moessinger und Waehl, die sich vor gut einem Jahr unfreiwillig aus dem insolventen Tempodrom zurückzogen, hielt die Staatsanwaltschaft den beiden unter anderem Subventionsbetrug und Untreue vor. Die Beschuldigten, die das Tempodrom Ende 2001 eröffnet hatten, wiesen dies stets zurück. Wegen der politischen Verwicklungen um das weitgehend mit öffentlichen Geldern gebaute Haus befasste sich ein Untersuchungsausschuss des Abgeordnetenhauses damit. Er legte im Februar seinen Abschlussbericht vor.

In der Affäre hatte es im Jahr 2004 bereits zwei Anklagen gegeben, die aber vom Gericht nicht zugelassen worden waren. Die Staatsanwaltschaft hatte dem früheren Senator und SPD-Chef Peter Strieder, der im Rahmen der Affäre zurücktrat, sowie Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) Untreue vorgeworfen. Das Gericht lehnte die Anklage aber ab, da durch die Tempodrom-Förderung dem Land kein Schaden entstanden sei.

Seit der Zahlungsunfähigkeit des Tempodroms vor zwei Jahren ist ein Insolvenzverwalter für das Gebäude verantwortlich. Er suchte bislang vergeblich nach einem neuen Investor. Das Veranstaltungsgeschäft in dem Haus übernahm im vergangenen Jahr die Unternehmensberatungsgesellschaft Treugast. lvt

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