Berlin : Tempodrom: Eröffnung gefährdet

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Die Stiftung Deutsche Klassenlotterie hat die Entscheidung über weitere Mittel für das Tempodrom gestern vertagt. Ein Antrag auf einen Zuschuss von acht Millionen Mark lag dem Stiftungsrat bei der gestrigen Sitzung zwar vor, wurde jedoch weder abgelehnt noch bewilligt. Damit ist weiter unklar, wie die Finanzierungslücke beim Bau des neuen Tempodroms am Anhalter Bahnhof in Kreuzberg gedeckt werden soll. Nachdem Ende August deutlich wurde, dass die Baukosten für das Stahlzelt mit 43,6 Millionen Mark zu niedrig angesetzt sind, hatte Tempodrom-Chefin Irene Moessinger Hoffnung in die Lotto-Stiftung gesetzt - und eine "Katastrophe" prophezeit, wenn das Problem nicht im September gelöst werde. Zurzeit, lässt Moessinger ausrichten, äußere sie sich nicht gegenüber der Presse. Schon jetzt sind 22 Millionen des nun über 50 Millionen Mark teuren Stahlzelts über Kredite gedeckt. Die Lotto-Stiftung gab bisher sechs Millionen Mark; 16 Millionen Mark erhält das Tempodrom von Bund, Land und EU. Die Gründe für die Kostensteigerungen sind laut Moessinger vielfältig: Brandschutzauflagen, die eine Sprinkleranlage nötig machten, waren nicht bedacht worden. Das Dach wurde um drei Millionen Mark teurer. Der Boden war kontaminiert und musste für eine Million Mark saniert werden. Der Senat prüft derzeit, ob eine weitere Förderung in Frage kommt. "Man ist guten Willens, aber nicht blauäugig", sagt Petra Reetz von der Bauverwaltung, "wir prüfen so schnell wie möglich." Ob das Tempodrom wie geplant am 1. Dezember mit der Verleihung des Europäischen Filmpreises "Felix" eröffnet werden kann, wollte gestern niemand beantworten.

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