Berlin : Tempodrom will saubere Unterhaltung

Wer im Tempodrom eine Veranstaltung bucht, kann das ab sofort klimaneutral tun. So etwas gibt es zwar auch anderswo, aber die Betreiber des Hauses am Anhalter Bahnhof haben gewissermaßen das Windrad neu erfunden: Ein von der Firma Climate Partner entwickelter und auf die Tempodrom-Homepage gestellter CO2-Rechner soll die Verwaltungskosten so weit senken, dass das Ermitteln der fälligen Kompensation nicht mehr teurer ist als der Ausgleich selbst.

Das Prinzip der „Klimaneutralität“ beruht darauf, die (durch Anreise von Mitarbeitern und Gästen, Catering usw.) verursachten Emissionen durch Investitionen in zertifizierte Klimaschutzprojekte auszugleichen – ähnlich, wie es beispielsweise das Berliner Unternehmen Atmosfair zum Ausgleich von Flugreisen tut. Zu bekommen sind sie ab etwa zwölf Euro pro Tonne Kohlendioxid. Für seine ohnehin entstehenden Emissionen – nach Auskunft der Betreiberfirma rund 86 Tonnen CO2 pro Jahr – zahlt das Tempodrom laut Betreiber rund 1000 Euro jährlich für ein Windparkprojekt in Indien.

Zu diesem Grundbetrag kommt also, sofern der jeweilige Veranstalter das will, eine Zahlung pro Veranstaltung hinzu. Das können bei einem Konzert mit 2300 Besuchern laut Tempodrom beispielsweise 800 Euro (für 67 Tonnen CO2) sein – je nach Anreise von Künstlern und Gästen. Konzertveranstalter von der Investition zu überzeugen, halten auch die Betreiber für schwierig. Aber bei geschlossenen Veranstaltungen, etwa von Firmen, lasse sich wohl etwa jeder dritte Kunde überzeugen, schätzen sie. obs

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