Berlin : Terrorzelle oder Spinnertruppe?

Rätselraten nach dem Polizeieinsatz gegen die Möchtegern-Wehrsportgruppe „Kameradschaft Nordland“

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Sie kostümierten sich als Wehrsportgruppe und gaben sich einen martialischen Namen: Die „Kameradschaft Nordland“ hat vom Vierten Reich geträumt, mit einer Neuauflage der WaffenSS und weiterem Nazi-Brimborium. Am vergangenen Wochenende machten Berliner Polizisten dem Mummenschanz in einem Brandenburger Waldstück erst einmal ein Ende. Doch es ist unklar, wie gefährlich der Neonazitrupp war – oder noch werden könnte. Bis auf einen Rechtsextremisten, der einen Mann zusammengeschlagen haben soll, wurde keiner der vorläufig Festgenommenen dem Haftrichter vorgeführt.

Das Landeskriminalamt hatte bei seinen mehrmonatigen, aufwändigen Ermittlungen Hinweise erhalten, die Kameradschaft verfüge über Waffen. Außerdem gelten die Mitglieder als fanatisch und gewaltbereit. Zu den sieben Festgenommenen zählt beispielsweise der ehemalige Kroatien-Söldner Eckart B. Anfang der neunziger Jahre waren vermutlich rund 100 deutsche Neonazis auf den Balkan gereist, um im jugoslawischen Bürgerkrieg mitzumischen. Sicherheitsexperten bezweifeln jedoch, dass B. Kampferfahrung gesammelt hat. Die meisten Neonazis seien den Grausamkeiten des Krieges nervlich nicht gewachsen gewesen, heißt es. Dass B. und die Kameradschaft Nordland nun aufrüsten, wird bezweifelt. „Eine Terrorzelle ist das nicht“, sagt ein Experte. Fraglich bleibt aber, wo die vermuteten Waffen sind. Oder ob sie überhaupt existieren. fan

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